In der nordostukrainischen Stadt Tschuhujiw sind bei russischen Angriffen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern befindet sich nach Angaben der Behörden auch eine 22-jährige schwangere Frau.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha machte Russland für die Attacken verantwortlich und warf Moskau vor, gezielt den Druck auf die Zivilbevölkerung zu erhöhen. Russland verstärke "den Terror gegen Zivilisten", weil es seine militärischen Ziele auf dem Schlachtfeld nicht erreichen könne, erklärte der Minister. Gleichzeitig forderte er die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf Moskau weiter zu erhöhen.
Nach Angaben von Bürgermeisterin Galyna Minajiwa wurde Tschuhujiw sowohl mit Raketen als auch mit iranischen Schahed-Drohnen angegriffen. Bilder der Rettungskräfte zeigen brennende Wohnhäuser und Fahrzeuge.
Auch die nahe gelegene Großstadt Charkiw wurde erneut Ziel russischer Angriffe. Laut Regionalgouverneur Oleh Synehubow wurden dort 15 Menschen verletzt.
Die Angriffe erfolgen vor dem Hintergrund einer neuerlichen Eskalation des Krieges. In den vergangenen Monaten haben sowohl Russland als auch die Ukraine ihre gegenseitigen Attacken deutlich intensiviert.
Gleichzeitig kommen die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des mittlerweile mehr als vier Jahre andauernden Krieges kaum voran. Erst in der vergangenen Woche hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dem russischen Staatschef Wladimir Putin ein persönliches Treffen vorgeschlagen. Der Kreml-Chef lehnte das Angebot jedoch ab.