In Schweden könnten künftig Minderjährige durch elektronische Fesseln von einer Rekrutierung durch kriminelle Banden abgehalten werden. Die Maßnahme könnte Jugendlichen ab 13 Jahren durch die Sozialbehörden auferlegt werden.
Laut der schwedischen Regierung könnten so zwischen 50 und 100 Kinder überwacht werden. Damit soll sichergestellt werden, dass sie sich an behördlich verhängte Ausgangssperren halten.
Die elektronische Fessel soll so gestaltet sein, dass sie "wie eine Armbanduhr oder ein Armband aussieht, damit sie weniger auffällt und weniger stigmatisierend wirkt" als die Fußfessel für verurteilte Straftäter, erklärte Sozialministerin Camilla Waltersson Gronvall.
Kriminelle Banden in Schweden rekrutieren zunehmend Kinder und Jugendliche für Gewalttaten und sogar Morde, da diesen bei einer Festnahme keine Gefängnisstrafe droht. Laut Waltersson Gronvall gibt es in Schweden "173 Kinder unter 15 Jahren, die verdächtigt werden, an Morden oder Mordplänen beteiligt zu sein".
Im vergangenen Jahr gab es 52 sogenannte Beweisverfahren gegen Minderjährige. Dabei entscheidet ein Gericht, ob ein Kind schuldig ist oder nicht, ohne dass eine Strafe verhängt wird.
Ab dem 1. Juli wird das Strafmündigkeitsalter für schwere Straftaten von 15 auf 13 Jahre herabgesetzt. Seit Oktober 2025 darf die schwedische Polizei zudem die elektronische Kommunikation von Kindern unter 15 Jahren abhören.
Der Vorschlag einer elektronischen Fußfessel stieß bei Kinderrechtsorganisationen, darunter Unicef, auf Kritik.