Schweiz zittert vor ÖFB und der Schande von Bukarest

In der EM-Gruppe C kommt es zum Duell zwischen der Ukraine und Österreich. Trennen sich die beiden Teams unentschieden, ist die Schweiz draußen.

Wenn am Montagabend (18 Uhr) in Bukarest die Ukraine und Österreich aufeinandertreffen, schauen auch die Schweizer Fans ganz genau hin. Nach dem 3:1 gegen die Türkei steht die Schweiz in der Gruppe A nur auf dem dritten Rang und muss ums Achtelfinal-Ticket zittern. Für die beiden schlechtesten Gruppendritten ist das EM-Turnier nämlich vorbei.

Darum gilt der Fokus am Montag auf den Entscheidungen in den Gruppen B und C. Besonders pikant ist die Angelegenheit in der Gruppe C. Dort haben die Niederländer mit sechs Zählern das Achtelfinale bereits sicher erreicht. Österreich und die Ukraine kommen dahinter auf je drei Punkte. "Vor dem Direktduell um Platz 2 schlägt das Päckli-Barometer daher gehörig nach oben aus!", schreibt etwa "20 Minuten".

Tiefe Wettquote auf Unentschieden

Was gemeint ist: Aktuell haben beide Mannschaften ein ausgeglichenes Torverhältnis. Bei einem Unentschieden hätten beide Teams vier Punkte auf dem Konto. Die Ukrainer wären wegen der größeren Anzahl erzielter Treffer fix im Achtelfinale. Und Österreich? Würde die Schweiz im Rennen der besten Gruppendritten wegen der besseren Tordifferenz hinter sich lassen und hätte sehr gute Chancen auf das K.o.-Phasen-Ticket.

Keine guten Nachrichten für die Schweiz. Kurz nach Spielschluss zwischen der Schweiz und der Türkei sank bei den Wettbüros die Quote für ein Unentschieden zwischen der Ukraine und Österreich beinahe in den Keller. Nur noch rund das 1,8-fache des Einsatzes gibts zurück. Wer 10 Euro auf einen Sieg wettet, kann dagegen deutlich mehr Geld verdienen. Für einen ukrainischen Sieg gibts knapp 34 Euro, bei einem Erfolg der Österreicher winken sogar 37 Euro.

Skandalspiel 1982

"Bahnt sich etwa die Schande von Bukarest an?", fragt "20 Minuten". Schon einmal qualifizierten sich die Österreicher in einer Endrunde nach einem umstrittenen Gruppenspiel für die K.o.-Phase. Bei der WM 1982 in Spanien traf im letzten Gruppenspiel Österreich auf Deutschland. Die Deutschen benötigten fürs Weiterkommen einen Sieg, den Österreichern genügte auf Kosten von Außenseiter Algerien, das bereits am Vortag gespielt hatte, eine knappe Niederlage.

Nach dem frühen Führungstreffer durch Horst Hrubesch (11. Minute) stellten beide Teams ihre Angriffsbemühung ein. Weil beide Team kein Risiko mehr eingehen wollten, spielte die sich im Ballbesitz befindende Mannschaft in der Folge den Ball in der eigenen Hälfte nur nicht hin und her. So endete die Partie mit 1:0 für Deutschland und beide qualifizierten sich für die Zwischenrunde, Algerien schied dagegen aus. Das Spiel ging als Nichtangriffspakt oder auch Schande von Gijón unrühmlich in die Fußballgeschichte ein.

Auch 2004 bei der EM in Portugal schnürten Dänemark und Schweden im letzten Gruppenspiel ein Päckchen – so zumindest sah es im Anschluss aus. Das 2:2 im Direktduell reichte beiden für das Viertelfinale, die punktgleichen Italiener schieden trotz eines 2:1-Erfolgs gegen Bulgarien aus dem Turnier aus. Auch ein höherer Sieg hätte den Italiener aufgrund der Direktbegegnungen zwischen den drei Teams nicht gereicht.

Auch Gruppe B wird entschieden

"Droht am Montagabend nun ein ähnliches Szenario und die Österreicher schnappen unserer Nati einen möglichen Platz im Achtelfinal vor der Nase weg? Hoffen lässt, dass die Gruppe C als zweite Gruppe abgeschlossen wird. Das heißt, auch die Österreicher können sich bei einem Unentschieden ihrem Achtelfinal-Ticket noch nicht ganz sicher sein und müssen auf die Ergebnisse aus den anderen Gruppen warten. So wäre es möglich, dass das Team um David Alaba, Marcel Sabitzer und Co. gegen die Ukraine auf Sieg spielt", so der Bericht.

Gibts tatsächlich einen Sieger im Duell zwischen Österreich und der Ukraine, könnte die Schweiz theoretisch bereits am Montagabend die Achtelfinal-Reise planen. Spielen in der Gruppe B (ab 21 Uhr) auch Belgien, Dänemark, Russland und Finnland nach Schweizer Wunsch, könnte das Zittern ums Weiterkommen der Schweizer bereits vorüber sein.

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