Etwa 15.000 Personen, darunter viele Vermummte, versammelten sich am Samstag in der Innenstadt von Turin, um gegen die Schließung des autonomen Sozial- und Kulturzentrums "Askatasuna" zu protestieren. Der anarchistische Treffpunkt war aus einer Hausbesetzung im Jahr 1996 hervorgegangen, war jedoch im vergangenen Dezember nach fast 30 Jahren polizeilich geräumt worden.
Bei der Demonstration am Samstag kam es nun zu massiven Ausschreitungen. Laut Veranstalterangaben sollen rund 50.000 an der Demo teilgenommen haben. Laut Polizei waren es 15.000. Es wurden Steine, Flaschen und andere Gegenstände auf die Polizeibeamten geworfen. Auch Molotowcocktails und Pyrotechnik wurden eingesetzt. Müllcontainer wurden in Brand gesteckt, ein Einsatzfahrzeug brannte.
Die zahlenmäßig stark unterlegenen Polizeikräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein, konnte die Menge jedoch nicht unter Kontrolle bringen. Zum Teil kam es zu besonders brutalen Vorfällen. Wie "20 Minuten" berichtet, soll ein Video zeigen, wie eine Gruppe Vermummter einen am Boden liegenden Polizisten tritt und schlägt. Auch ein Hammer soll dabei zum Einsatz gekommen sein.
Laut Polizeiangaben wurden insgesamt 31 Polizisten verletzt. Über die Zahl der verletzten Demonstranten ist nichts bekannt. "20 Minuten" berichtet, dass ein Demonstrant mit einer Kopfverletzung weggebracht wurde. Nach stundenlangen Auseinandersetzungen zerstreute sich die Menge in der Nacht schließlich. Zehn Teilnehmer der Ausschreitungen wurden festgenommen.
Nach der Demo meldete sich Italiens Premier Giorgia Meloni zu Wort: „Das ist weder Dissens noch Protest: Es ist gewaltsame Aggression gegen den Staat und seine Repräsentanten. Deshalb müssen sie als das behandelt werden, was sie sind – ohne Zugeständnisse oder Rechtfertigung."