In Kanada herrscht große Aufregung: Bereits in der Vergangenheit hatte US-Präsident Donald Trump dem Nachbarland mit der Annexion gedroht. Nun dürfte die US-Regierung noch einen Schritt weiter gegangen sein.
Laut einem Bericht der "Financial Times" trafen sich US-Vertreter mehrfach mit der Separatistengruppe Alberta Prosperity Project (APP). Diese will die ölreiche Provinz Alberta im Westen Kanadas in die Unabhängigkeit führen. Inzwischen läuft eine diesbezügliche Unterschriften-Kampagne, die zu einem Referendum führen soll.
Doch was genau ist darin die Rolle der USA? Laut dem Bericht soll bei den Treffen eine mögliche Finanzierung von 500 Milliarden US-Dollar für die Separatisten im Raum gestanden sein. Seitens der APP zeigte man sich jedenfalls begeistert. "Die USA unterstützen ein freies Alberta", sagte Mitgründer Jeff Rath.
Seitens der US-Regierung wurden die Treffen nicht geleugnet. Seitens des Außenministeriums war von Routinegesprächen die Rede. Die Gerüchte über eine Finanzierung wurden vom Finanzministerium zurückgewiesen. Dennoch betonte US-Finanzminister Scott Bessent gegenüber dem Fernsehsender Real America‘s Voice, dass Alberta ein "logischer Partner für die USA" sei.
Besonders die Ressourcen der Provinz dürften es den Amerikanern angetan haben. Laut Bessent würde die Bevölkerung dort das wollen, was die USA haben. Er sprach davon, dass Kanada der Provinz nicht erlaube, eine Ölpipeline zum Pazifik zu errichten. Der US-Finanzminister wolle die kanadische Provinz als neuen US-Bundesstaat sehen.
In Kanada sorgt dies für Empörung. Kanadas Premier Mark Carney erwarte sich von der US-Regierung, dass sie Respekt für die Souveränität seines Landes zeige. Noch deutlicher wurde der Premierminister von British Columbia, David Eby. Er sprach von "Verrat". Die Gruppe würde Kanada spalten wollen und suche dafür Hilfe bei den USA.