Das Gremium sollte laut US-Präsident Donald Trump ursprünglich helfen, den Gaza-Friedensplan umzusetzen. Inzwischen ist aber die Rede davon, dass der Rat sich auch um viele andere Konflikte kümmern und dabei ganz nach Trumps Vorstellungen agieren soll. Wer dabei mitmacht, entscheidet Trump persönlich. Dutzende Länder wurden eingeladen, aber zugesagt haben bisher nur wenige – vor allem einige autoritär geführte Staaten.
Wie "20 Minuten" berichtet, war der "Friedensrat" von Anfang an höchst umstritten – Kritiker sehen darin einen Angriff auf die Vereinten Nationen. Kanada hat auf die Einladung noch nicht endgültig reagiert. Premierminister Mark Carney meinte, grundsätzlich könne er sich eine Teilnahme vorstellen, aber viele Details seien noch offen. Nun ist dies aber vom Tisch. In einem kurzen Posting auf seiner Plattform Truth Social hat Trump mitgeteilt, dass er seine Einladung an Kanada zurückzieht. Einen Grund hat er nicht genannt. Es wird aber vermutet, dass Carney den US-Präsidenten verärgert hat.
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat Carney mit einer klaren Rede aufhorchen lassen. Das von den USA geführte globale Regierungssystem stecke in einer Krise, so der kanadische Regierungschef. Es gebe immer mehr Konkurrenz unter den Großmächten und die regelbasierte Ordnung gehe verloren. Trump hat Carney dabei zwar nicht direkt genannt, aber viele sind sich sicher, dass er ihn gemeint hat. Trump wiederum hatte mehrfach angekündigt, Kanada zu einem Teil der Vereinigten Staaten machen zu wollen.
Trump fühlte sich von Carneys Worten offenbar direkt angesprochen. In Davos sagte er: Die USA seien immer sehr großzügig mit Kanada gewesen. Trotzdem habe sich Carney in seiner Rede nicht besonders dankbar gezeigt. "Kanada existiert dank der Vereinigten Staaten, denken Sie daran, Mark, wenn Sie sich das nächste Mal äußern", so Trump.
Carney hat daraufhin noch einmal nachgelegt und Trumps Aussagen entschieden zurückgewiesen. Kanada und die USA hätten in Wirtschaft, Sicherheit und beim kulturellen Austausch eine enge Partnerschaft aufgebaut, sagte er am Donnerstag. "Aber Kanada existiert nicht wegen der Vereinigten Staaten. Kanada gedeiht, weil wir Kanadier sind."