Der tödliche Polizeieinsatz in Linz-Auwiesen beschäftigt die Justiz weiter. Mehr als drei Monate nach den Schüssen auf einen 27-jährigen Mann sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen – nun wurden neue Details bekannt.
In der Nacht auf den 16. April kam es zunächst zu einer Konfrontation zwischen dem Mann und der Exekutive – ein Video zeigt die Szene. Wie berichtet, hatten Polizisten den 27-Jährigen zunächst zum Neuromed Campus gebracht. Dort wurde er jedoch nicht stationär aufgenommen, nach einer Anzeige wegen Lärmerregung rückte die Polizei danach zu seiner Wohnung aus.
Vor Ort eskalierte die Situation innerhalb weniger Augenblicke. Laut den bisherigen Ermittlungen soll der 27-Jährige plötzlich auf die Beamten losgegangen sein – mit einer Schere in der einen und einer Spritze in der anderen Hand. Zwei Polizisten gaben daraufhin Schüsse ab.
Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen starb der Linzer noch am Einsatzort. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die beiden Beamten nun wegen Mordes. Die zentrale Frage: haben die Polizisten in Notwehr gehandelt?
Wie die "OÖN" berichten, liegt mittlerweile das Ergebnis der Obduktion vor. Demnach wurden bei dem 27-Jährigen sechs Schussverletzungen festgestellt, darunter auch Streifschüsse. Außerdem sei ein Schussgutachten in Auftrag gegeben.
Das soll unter anderem klären, welcher der beiden Beamten wie oft geschossen hat. Zudem werde geprüft, ob der Angriff auch anders hätte abgewehrt werden können.