Video zeigt Konfrontation

"War nur ein Witz" – kurze Zeit später ist Linzer tot

Nach dem Todesschuss in Linz ist nun klar, warum der 27-Jährige im Spital nicht aufgenommen wurde. Das Klinikum nennt gegenüber "Heute" den Grund.
Oberösterreich Heute
19.04.2026, 15:00
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Der tödliche Polizeieinsatz in Linz-Auwiesen beschäftigt weiter Ermittler und Öffentlichkeit. Immer mehr Details zeigen nun, wie sich die Lage in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag zuspitzte.

In dieser Wohnung eskalierte die Situation in der Nacht auf Donnerstag.
FOTOKERSCHI / MARKUS HAUSER

"Will mich nicht umbringen"

Ausgangspunkt war ein Einsatz am Mittwochabend. Gegen 22 Uhr soll der 27-Jährige angekündigt haben, sich das Leben nehmen zu wollen – zumindest wurden seine Aussagen so von seinem Umfeld interpretiert. Bei der darauffolgenden Konfrontation zwischen dem Mann und der Exekutive bei einem Fluss im Linzer Süden leugnete der 27-Jährige diese Absicht.

Ein Video, das "Heute" vorliegt, zeigt die Situation am Fluss: Darin zu sehen ist der 27-Jährige, umringt von mehreren Polizisten. "Ich will mich nicht umbringen", sagt das spätere Opfer dann mehrmals und davon spricht, alles sei nur ein "Witz" gewesen.

Darum gab es keine Aufnahme im Spital

Auch der Leserreporter, der das Video aufnahm, schildert die Situation so: Der Mann sei deutlich alkoholisiert gewesen, stand mit sechs Polizisten beim Fluss. Laut seiner Wahrnehmung habe der 27-Jährige immer wieder betont, dass er sich nichts antun wolle und sich mehrmals entschuldigt. Die Polizei brachte den Mann schließlich zum Neuromed Campus, wo er aber nicht aufgenommen wurde.

In einem Statement gegenüber "Heute" betont das Spital, dass ein Patient nur dann zwangsweise aufgenommen werden dürfe, wenn eine unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung vorliege. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, entscheide der Patient selbst über das weitere Vorgehen.

Das Klinikum erklärt, man handle dabei ausschließlich auf Basis der aktuellen ärztlichen Untersuchung, der fachlichen Einschätzung und der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen nach dem Unterbringungsgesetz. "Wir bedauern als Kepler Universitätsklinikum den Tod des Mannes und sprechen seinen Angehörigen die Anteilnahme aus."

Suizidgedanken? Hol dir Hilfe – es gibt sie

In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen – außer, Suizide oder Suizidversuche erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn du unter Selbstmord-Gedanken, oder Depressionen leidest, dann kontaktiere die Telefonseelsorge unter der Nummer 142, täglich 0-24 Uhr.
TelefonSeelsorge – Notruf 142
Kriseninterventionszentrum: 01/4069595

Notruf wenige Stunden später

Nur wenige Stunden später, gegen 0.45 Uhr, ging schließlich der Notruf wegen eines Tumults und lauter Schreie in einer Wohnung in Linz-Auwiesen ein. Dort befanden sich laut Polizei neben dem 27-Jährigen auch seine Mitbewohnerin und ein weiterer Mann.

Was genau sich davor in der Wohnung abspielte – ob es sich um einen Streit, eine eskalierte Situation oder andere Hintergründe handelte – ist noch unklar. "Es laufen noch Ermittlungen", sagt eine Polizeisprecherin "Heute" am Freitag.

Schusswaffengebrauch wird geprüft

Der 27-Jährige soll jedenfalls direkt mit einer Schere und einer Spritze auf die Polizisten losgegangen sein. Die Beamten setzten ihre Dienstwaffen ein, der Mann wurde tödlich getroffen. Trotz sofort eingeleiteter Erste-Hilfe-Maßnahmen konnte er nicht mehr gerettet werden.

Der Schusswaffengebrauch wird nun im Rahmen eines strafprozessualen Ermittlungsverfahrens unter Leitung der Staatsanwaltschaft geprüft. Die Ermittlungs- und Beschwerdestelle Misshandlungsvorwürfe im Innenministerium soll klären, was in dieser Nacht genau passiert ist.

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.04.2026, 15:00
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