Der Angriff mitten am Linzer Südbahnhofmarkt sitzt vielen noch in den Knochen. Am Mittwoch zur Mittagszeit eskalierte die Situation plötzlich: Ein 30-Jähriger schlug mit einer Axt auf einen 40-jährigen Sicherheitsmitarbeiter der Raiffeisenlandesbank ein – völlig unvermittelt.
Die Tat spielte sich binnen Sekunden ab: Der 40-Jährige war gerade bei einem Lokal Mittagessen, als der Angreifer mit einem Handbeil auf ihn losging. Laut Polizei schlug der Täter mehrfach auf den Kopf des Mannes ein. "Er hat ihm mit der Axt etliche Male mit der Schneidseite auf den Kopf geschlagen", erzählte auch Gernot Landsfried im Gespräch mit "Heute". Die Szene spielte sich direkt bei seinem Lokal "MA28" ab.
Marktbesucher leisteten sofort Erste Hilfe, der Täter flüchtete zunächst Richtung Bürgerstraße und warf dabei die Axt weg. Polizisten konnten den Mann wenig später anhalten, nachdem er durch sein Verhalten aufgefallen war. Der 30-Jährige sitzt inzwischen in der Linzer Justizanstalt.
Laut Polizeisprecher Michael Babl handelt es sich nach aktuellem Stand um ein "Zufallsopfer", der Markt selbst war nicht Teil des Motivs. Es bestehe keine generelle Gefahr für die Bevölkerung. Trotzdem werden jetzt Maßnahmen gesetzt: In den kommenden Tagen soll deutlich mehr Polizei am Südbahnhofmarkt unterwegs sein.
Für viele Augenzeugen bleibt das Erlebte schwer fassbar: "Ich dachte zuerst, dass vielleicht Glas zerbrochen ist", schilderte eine 19-jährige Bäckereimitarbeiterin. "Es war wirklich wie ein Fiebertraum." Um Betroffene zu unterstützen, steht die Krisenhilfe OÖ rund um die Uhr zur Verfügung.
Um die Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können, haben sich pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und Notfallseelsorge unter dem Namen Krisenhilfe OÖ zusammengeschlossen.
Neben dem ständig verfügbaren Krisentelefon bietet die Krisenhilfe OÖ in psychosozialen Notsituationen auch Online- und Chatberatung, persönliche Gespräche und mobile Einsätze, etwa in Form von Hausbesuchen.
Die Krisenhilfe OÖ unterstützt in allen psychischen Notsituationen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter der Telefonnummer 0732 / 21 77.
Alle Infos unter krisenhilfeooe.at.
Angesichts der Häufung schwerer Gewalttaten in Linz schlägt auch Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) Alarm: "Das erfüllt mich mit großer Sorge. Wir müssen genauer hinschauen und von anderen Städten lernen", erklärt sie. Die jüngsten Fälle in Linz seien "sehr besorgniserregend".
Sie fordert jetzt Konsequenzen: "Wir müssen überprüfen, ob die Art und Weise, wie wir derzeit Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen versorgen, ausreicht." Als Vorbild nennt sie Hamburg: Dort gebe es einen eigenen Psychiatrieplan, der auch Maßnahmen vorsehe, "um Menschen mit besonders komplexen Hilfebedarfen engmaschig und langfristig zu begleiten, damit Menschen nicht durch das System fallen".