Opfer liegt auf Intensiv

Axt-Angriff in Linz – Verdächtiger verblüfft mit Motiv

Nach der Axt-Attacke spricht die Polizei von einem "Zufallsopfer". Laut Staatsanwaltschaft überraschte der Verdächtige mit einem anderen Motiv.
Oberösterreich Heute
16.04.2026, 18:00
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Am Linzer Südbahnhofmarkt steckt der Schock noch tief. Mittwochmittag spielten sich dort dramatische Szenen ab: Ein 30-jähriger Mühlviertler attackierte einen 40-jährigen Sicherheitsmitarbeiter der Raiffeisenlandesbank mit einer Axt – "Heute" berichtete.

Das Opfer wird im Kepler Klinikum "intensivmedizinisch betreut", wie eine Sprecherin am Donnerstag erklärte. Näheres zu seinem Zustand könne man aus rechtlichen Gründen nicht sagen.

"Etliche Male auf Kopf geschlagen"

Der 40-Jährige saß, wie Zeugen am Nachmittag erzählten, gerade in einem Gastgarten zu Mittag, als der Angreifer plötzlich auf ihn losging. Mit einem Handbeil soll er laut Polizei mehrmals auf den Kopf des Opfers eingeschlagen und den Mann schwer verletzt haben.

Einer der wichtigsten Zeugen ist Gernot Landsfried, Betreiber des Lokals "MA 28", vor dem sich die Attacke abgespielt hatte. Er schilderte gegenüber "Heute" die brutalen Sekunden der Tat: "Er hat ihm mit der Axt etliche Male mit der Schneidseite auf den Kopf geschlagen. Da bin ich dazwischen."

Marktbesucher leisteten sofort Erste Hilfe, der Täter flüchtete danach in Richtung Bürgerstraße. Auf dem Weg warf er die Axt weg, Polizisten konnten den Mann wenig später anhalten, nachdem er durch sein Verhalten aufgefallen war. Der 30-Jährige sitzt mittlerweile in der Linzer Justizanstalt.

"Wie ein Fiebertraum"

Auch eine 19-jährige Bäckereimitarbeiterin erlebte die Minuten rund um die Bluttat hautnah mit. Aus dem Nichts habe sie plötzlich laute Schreie und Geräusche gehört: "Ich dachte zuerst, dass vielleicht Glas zerbrochen oder ein Schild heruntergefallen ist." Und weiter: "Es war wirklich wie ein Fiebertraum."

Am Donnerstag informierten LPD Oberösterreich und die Stadt Linz über den aktuellen Stand. Polizeisprecher Michael Babl betonte, dass es sich nach derzeitigen Erkenntnissen um einen tragischen Fall mit einem "Zufallsopfer" handle. "Nach aktuellem Ermittlungsstand gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass der Südbahnhofmarkt selbst Teil des Motivs war."

Die Staatsanwaltschaft hingegen zeichnete am Donnerstag laut "Krone" ein etwas anderes Bild. Demnach habe der Verdächtige (über ihn wurde die U-Haft verhängt) ausgesagt, er habe "eine Wut" gehabt auf den Security-Mitarbeiter. Dieser habe ihn zuvor beim Verlassen der Bank wegen seiner Axt im Rucksack gerügt. Daraufhin habe er auf den 40-Jährigen gezielt, dieser sei zum Markt geflüchtet. Dort habe er ihn eingeholt.

Die Krisenhilfe OÖ

Um die Krisenversorgung in Oberösterreich flächendeckend und noch umfassender gewährleisten zu können, haben sich pro mente OÖ, EXIT-sozial, Rotes Kreuz, Telefonseelsorge OÖ und Notfallseelsorge unter dem Namen Krisenhilfe OÖ zusammengeschlossen.

Neben dem ständig verfügbaren Krisentelefon bietet die Krisenhilfe OÖ in psychosozialen Notsituationen auch Online- und Chatberatung, persönliche Gespräche und mobile Einsätze, etwa in Form von Hausbesuchen.

Die Krisenhilfe OÖ unterstützt in allen psychischen Notsituationen – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr unter der Telefonnummer 0732 / 21 77.

Alle Infos unter krisenhilfeooe.at.

"Rasch Unterstützung in Anspruch zu nehmen"

Auch wenn keine generelle Gefährdungslage für die Bevölkerung besteht, soll die Polizeipräsenz am Südbahnhofmarkt in den kommenden Tagen erhöht werden. Damit soll für Besucher und Standler ein zusätzliches Sicherheitsgefühl geschaffen werden. "Jetzt ist es besonders wichtig, den Augenzeugen dieser schrecklichen Tat – insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Marktkojen – die Möglichkeit zu geben, das Erlebte aufzuarbeiten", so Marktreferent und VP-Vizebürgermeister Martin Hajart.

"Eine Gewalttat im öffentlichen Raum ist immer ein zutiefst tragisches Ereignis, auch für die vielen Menschen, die zu Augenzeugen des Geschehens wurden oder sich in der Nähe aufgehalten haben", sagt Katja Sieper, Leiterin der Krisenhilfe OÖ. "Wenn belastende Bilder, Angst, innere Unruhe oder ein Gefühl von Unsicherheit anhalten, ist es wichtig, rasch Unterstützung in Anspruch zu nehmen."

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