"Guten Tag, wir kennen uns ja schon." Schon die Begrüßung durch Richter Uwe Dumpelnik zeigte: Der 26-Jährige auf der Anklagebank war kein Unbekannter. Gemeinsam mit seinem Cousin (18) und einem weiteren Mann (25) stand er in Klagenfurt wegen einer brutalen Attacke vor Gericht, das berichtet die "Kleine Zeitung".
Am 13. Oktober war die Situation in einem Wohnhaus eskaliert. Zwei junge Männer (20, 21) wurden attackiert. Einer von ihnen wurde mit einem Messer am Oberschenkel verletzt, zusätzlich kam ein großer Schraubenschlüssel zum Einsatz. Besonders brisant: Der 18-Jährige soll dreimal mit einer Schreckschusspistole geschossen haben. "Und als Automechaniker haben Sie immer eine Schreckschusspistole mit?", fragte der Richter. "Warum?" Der Angeklagte blieb die Antwort schuldig.
Die beiden Cousins versuchten, die Tat herunterzuspielen. Es habe sich lediglich um eine "Aussprache, um etwas zu klären" gehandelt, erklärte der 26-Jährige. Seinen Cousin habe er nur geholt, damit dieser ihm helfe, "Klamotten aus der von seiner Freundin angemieteten Wohnung zum Taxi" zu tragen.
Doch diese Version sorgte selbst im eigenen Lager für Unverständnis. Nach kurzer Zeit verlor der Verteidiger die Geduld: "Sie erzählen da heute Sachen, die Sie mir nie erzählt haben." Und weiter: "Sie haben ein Geständnis angekündigt. Das ist keines, das ist ein Schmarrn."
Für die Staatsanwaltschaft stellte sich der Fall anders dar. Der 25-Jährige soll als "Boss Izzo" den Angriff organisiert haben – und zwar aus der Justizanstalt heraus. Er selbst wies das zurück: "Ich habe diesen Namen noch nie gehört."
Laut Anklage ging es nicht um eine spontane Eskalation, sondern um Schulden aus einem Drogengeschäft. Die drei Angeklagten sollen Teil einer kriminellen Vereinigung gewesen sein, die seit 2022 aktiv gewesen sein soll und auch vor Gewalt nicht zurückgeschreckt sei.
Ein Überwachungsvideo aus dem Wohnhaus soll die Darstellung der Angeklagten zusätzlich erschüttert haben. Die Version, man habe sich nur verteidigt, wurde dadurch infrage gestellt.
Nach rund fünf Stunden wurde der Prozess vertagt. Weitere Zeugen sollen gehört werden. Für alle Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Zwischen "Aussprache" und blutiger Attacke liegen Welten – was wirklich geschah, muss nun das Gericht klären. Es gilt die Unschuldsvermutung.