Lebenslange Haft

Brutale Tatortfotos sorgten für Schock im Gerichtssaal

Auf brutalste Art tötete ein 78-Jähriger seine Frau und seinen Sohn im Bezirk Linz-Land. Am Mittwoch wurde er dafür zu lebenslanger Haft verurteilt.
Lea Strauch
16.04.2026, 06:25
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Der 78-Jährige stand am Mittwoch wegen eines heftigen Vorwurfs vor Gericht: Er soll im Oktober erst seine Ehefrau (70), dann den gemeinsamen Sohn (41) getötet haben. Im Saal saß ein Mann mit weißem Haar, Halbglatze und Hörgeräten – der Pensionist wirkte dadurch unheimlich unscheinbar.

"Völlig unauffälliges Leben"

Genau dieses Bild griff auch psychiatrische Sachverständige in ihrer Aussage auf: Der Angeklagte habe bis zur Tat ein "völlig unauffälliges Leben" geführt. "Man kann nicht einmal durchschnittlich sagen, denn der durchschnittliche Österreicher hat ein auffälligeres Leben als der Angeklagte."

Doch am 27. Oktober kippte alles. Die Frau habe mit der Scheidung gedroht, es kam zum Streit der Eheleute – der 78-Jährige zog sich daraufhin in ein anderes Zimmer zurück. In einer früheren Aussage schilderte er seinen Gedankengang laut Staatsanwalt so: "Sie muss weg, ich muss sie umbringen." Erst soll er mit einer Bratpfanne zugeschlagen haben – "gleich einem Aufschlag beim Tennis", wie er es selbst formulierte. Danach habe er sie auch noch gewürgt.

Der Pensionist wurde am Mittwoch von der Polizei in den Schwurgerichtssaal gebracht.
"Heute"

78-Jähriger nahm "längstes Messer"

Weil das nicht den gewünschten Effekt hatte, holte der 78-Jährige laut Staatsanwalt bewusst "das längste Messer" aus der Küche. Die Klinge war über 20 Zentimeter lang – der Pensionist stach mehrmals zu. Dann ging er ins Zimmer des gemeinsamen Sohnes.

Der lag noch im Bett, blickte seinen Vater an und sagte bloß: "Guten Morgen, Papa." Der 78-Jährige erwiderte den Gruß noch. Dann attackierte er auch ihn mit der Pfanne. Die Schläge waren so heftig, dass die Teflonpfanne sogar kaputtging. Für Gänsehaut sorgten danach auch Fotos vom Tatort: Beim Anblick der beiden blutüberströmten Opfer breitete sich im Saal schockierte Stille aus.

78-Jähriger verurteilt

Die psychiatrische Sachverständige zeichnete im Gericht das Bild eines Mannes, der sich nach Krankheiten und körperlichen Problemen immer mehr zurückgezogen habe. Dass er zuhause nicht mehr alles erledigen konnte, sei für ihn "unglaublich beschämend" gewesen. Die psychischen Erkrankungen seien zum Tatzeitpunkt aber nicht schwerwiegend gewesen: "Er hätte sich anders verhalten können", folgerte sie. Eine Affekttat sei es nicht gewesen, sondern "mehrere, völlig zielgerichtete Schritte".

Am Ende des Prozesses wurde dem Angeklagten dann noch das letzte Wort angeboten, er wollte aber nichts mehr sagen. Nach einer relativ kurzen Beratung der Geschworenen wurde der 78-Jährige zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Spruch ist schon rechtskräftig.

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