"Einfach einzigartig"

Seit 40 Jahren am Steuer – Kapitän trotzt wildem Inn

Seit Jahrzehnten ist er am Inn zuhause – und kennt jede Strömung. Kapitän Schaurecker lebt seine Leidenschaft zwischen Wasser, Wellen und Tradition.
Oberösterreich Heute
31.03.2026, 04:00
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Der Inn hat es ihm angetan – und das schon seit Jahrzehnten: Manfred Schaurecker (79) gilt in Schärding längst als lebende Schiffslegende. In der berüchtigten Vornbacher Enge zwischen Schärding und Passau-Ingling steuert er seine Schiffe durch die Launen des Naturflusses – mit Routine, Respekt und einer gehörigen Portion Leidenschaft.

So muss ein Kapitän ausschauen: Schaurecker mit Bart und Kapitänsmütze.
Franz Gruber

Dabei begann alles ganz unspektakulär: Als gelernter Speditionskaufmann war der 79-Jährige beruflich eigentlich an Land gebunden. Doch der Inn ließ ihn nie los. An Sonn- und Feiertagen zog es ihn mit Familie und Kindern aufs Wasser – im Schlauchboot mit Außenbordmotor. Die Faszination war früh da, das Kapitänspatent folgte schließlich 1987.

Brauerei direkt an Bord

Heute umfasst seine Flotte die "MS Schärding" sowie ein echtes Unikat: Österreichs einziges Brauereischiff, wo Kellerbier und Weizen direkt an Bord entstehen. Dazu gibt es deftige Schmankerl aus der Bordküche.

Für Schaurecker ist klar, warum ihn der Fluss nie losgelassen hat: "Er ist einfach einzigartig – mit allen Höhen und Tiefen." Gerade die Kraft des Inns verlange Erfahrung am Steuer, sagt er – manchmal müsse man das Wasser regelrecht bändigen.

Nachwuchs steht schon in den Startlöchern

Auch die Zukunft des Familienbetriebs ist gesichert: Tochter und Enkelin kümmern sich um Organisation und Büro, während der Schwiegersohn bereits das Steuer übernommen hat. Schaurecker selbst bleibt aber präsent – und genießt das Leben an Bord weiterhin in vollen Zügen.

2025 brachte der Landesgartenschau in Schärding dem Unternehmen eine Rekordsaison. "Das war ein Segen für ganz Schärding", sagt Schaurecker. Gefahren wird meist von März bis Weihnachten, aktuell ist er auf Reisemessen unterwegs. Eines steht fest: Nach fast vier Jahrzehnten denkt der Kapitän noch lange nicht ans Aufhören.

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