Eine neue europaweite Untersuchung liefert alarmierende Ergebnisse. 76,8 Prozent der befragten Piloten geben an, in den vergangenen vier Wochen mindestens einmal während eines Fluges kurz eingeschlafen zu sein.
Für die Studie wurden 7.200 Piloten befragt. Die Vereinigung Cockpit (VC) sieht angesichts der Ergebnisse dringenden Handlungsbedarf.
Besonders brisant: 38,8 Prozent der Befragten bekommen nach eigenen Angaben gewöhnlich oder immer zu wenig Ruhezeit, um zunehmende Erschöpfung zu verhindern.
Fast jeder Vierte (24,2 Prozent) fliegt trotz Müdigkeit weiter, ohne diese zu melden. In den Freitextantworten äußerten 38,2 Prozent der Piloten die Befürchtung, wegen einer Ermüdungsmeldung bestraft zu werden oder berufliche Nachteile zu erleiden.
"Diese Ergebnisse sind erschreckend und dürfen niemanden kaltlassen", warnt Anja Granvogl von der Vereinigung Cockpit in Deutschland. Besonders besorgniserregend sei, dass sich gegenüber 2023 praktisch nichts verbessert habe.
Auch bei den Arbeitszeiten gibt es Probleme. Unter außergewöhnlichen Umständen dürfen Piloten ihre Flugdienstzeit verlängern. Doch 69,1 Prozent der Befragten befürchten negative Konsequenzen, wenn sie eine solche Verlängerung ablehnen. Im Jahr 2023 waren es noch 65,8 Prozent.
Besonders ausgeprägt ist diese Sorge bei Billigfluggesellschaften und Betreibern, die Flugzeuge samt Besatzung vermieten.