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Serbiens Präsident nach Abschiebung von Djokovic sauer

Seit Sonntag ist es fix! Novak Djokovic muss Australien wieder verlassen. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic reagiert verstimmt.
Erich Elsigan
16.01.2022, 12:19

Vor elf Tagen reiste Novak Djokovic, der nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, mit einer Ausnahme-Genehmigung nach Australien. Weil bei der Überprüfung seiner Daten Ungereimtheiten auftauchten, wurde dem Tennis-Giganten das Visum entzogen. Der 34-Jährige protestierte gegen das Urteil, doch seit Sonntag steht endgültig fest: Der "Djoker" muss "Down Under" verlassen

"Die Entscheidung für den Visums-Entzug fiel aus guten Gründen - aus gesundheitlichen und Sicherheits-Gründen. Es war im öffentlichen Interesse, dass wir so vorgehen", erklärt Australiens Premierminister Scott Morrison. "Ich begrüße diese Entscheidung, damit wir unsere Grenzen stärken und die australische Bevölkerung schützen können. Die Australier haben in der Pandemie große Opfer gebracht und erwarten sich, dass die daraus resultierten Errungenschaften geschützt werden.

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Wenig begeistert reagierte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic, der bereits mit Djokovic Kontakt aufnahm. "Ich habe ihm gesagt, dass ich es nicht erwarten kann, dass er wieder nach Serbien heimkommt. Er ist bei uns immer herzlich willkommen." Allerdings sei erwähnt, dass die Nummer eins der Tennis-Welt ihren Hauptwohnsitz im Steuerparadies Monaco hat.

Die Chronologie im Fall Djokovic

10. Dezember: Für nicht gegen das Coronavirus geimpfte Spieler endet die Frist für den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung zur Teilnahme an den Australian Open.

16. Dezember: Der ungeimpfte Djokovic nimmt an einer Veranstaltung der serbischen Post in seinem Heimatland teil. Am Abend erfährt er von seiner Infektion. Das positive PCR-Ergebnis steht in Unterlagen, die seine Anwälte später den australischen Behörden vorlegen. Nach den Regeln in Serbien müssen CoV-Positive, die keine schweren Symptome haben, für 14 Tage in häusliche Isolation.

17. Dezember: Djokovic, der eigentlich in Monaco lebt, ist ohne Maske und Abstand Gast auf einer Preisverleihung für junge Tennisspieler in Serbiens Hauptstadt Belgrad.

18. Dezember: Djokovic hat ein Interview inklusive Fotoshooting für die französische Sportzeitung "L’Equipe".

22. Dezember: Djokovic hat einen weiteren Test gemacht. Ergebnis nach eigenen Angaben: negativ.

30. Dezember: Djokovic erhält seinen Anwälten zufolge eine Ausnahmegenehmigung für die Australian Open vom Medizinchef des Australischen Tennisverbands.

Jahreswechsel 2021/2022: Aufnahmen in sozialen Netzwerken zeigen Djokovic in einem Tennisclub im spanischen Marbella.

5. Jänner:Djokovic reist nach Australien. Weil er aus Sicht der Behörden nicht die nötigen Dokumente für eine Ausnahmegenehmigung vorlegt, wird ihm die Einreise verweigert. Er kommt in ein Abschiebehotel.

6. Jänner: Auf einer Pressekonferenz in Belgrad vergleicht Djokovics Vater seinen Sohn mit Jesus Christus: "Jesus wurde gekreuzigt, ihm wurde alles angetan, und er ertrug es und lebt immer noch unter uns", so Srdjan Djokovic. "Jetzt versuchen sie Novak auf die gleiche Weise zu kreuzigen und ihm alles anzutun."

10. Jänner: Ein Gericht in Melbourne gibt dem Einspruch von Djokovic statt und lässt ihn einreisen. Er darf sich frei bewegen. Wenige Stunden später steht er auf dem Trainingsplatz.

11. Jänner: Es wird bekannt, dass Djokovic in seinem Einreiseformular angegeben hat, er sei in den 14 Tagen vor dem Flug nach Australien nicht gereist.

12. Jänner: Djokovic äußert sich erstmals öffentlich zu dem Thema und räumt Fehler ein. Trotz positiven PCR-Tests habe er am 18. Dezember einen Interviewtermin mit "L’Equipe" wahrgenommen, die falschen Angaben im Einreiseformular seien jedoch ein "menschlicher Fehler" seines Agenten gewesen.

14. Jänner: Djokovic wird zum zweiten Mal das Visum aberkannt. "Heute habe ich von meinem Recht, das Visa von Herrn Novak Djokovic für ungültig zu erklären, Gebrauch gemacht", so Australiens Einwanderungsminister Alex Hawke in einer Erklärung, "und zwar auf der Basis, dass es im öffentlichen Interesse ist, so zu handeln." Er habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und sorgfältig alle Unterlagen geprüft, die ihm die Immigrationsbehörden, der australische Grenzschutz und Djokovic vorlegten.

15. Jänner: Djokovic wird erneut in Gewahrsam genommen. Für Sonntagfrüh ist eine Anhörung vor Gericht geplant. Drei Richter sollen in Melbourne endgültig über den Verbleib oder die Abschiebung des Tennis-Superstars entscheiden.

16. Jänner: Ein Bundesgericht weist den Einspruch von Djokovic gegen die Annullierung des Visums ab und verweigert die Einreise. Der Weltranglistenerste darf nicht an den Australian Open teilnehmen und muss ausreisen.

Vucic weiter: "Da wird der beste Tennis-Spieler der Welt elf Tage lang so schlecht behandelt und dann überreicht man ihm nach elf Tagen die gleiche Entscheidung, die schon vor elf Tagen getroffen worden ist. Man hat bei diesen sinnlosen Gerichtsverhandlungen gesehen, wie sehr die australische Strafverfolgung gelogen hat. Sie haben einfach gelogen. Sie sagen, dass nicht einmal 50 Prozent der Menschen in Serbien geimpft sind. Dabei belegen offizielle serbische Zahlen, dass 58 Prozent der Menschen geimpft sind."