Serbische Reality-Show zeigt brutale Gewalt an Frauen

"Zadruga"-Teilnehmer Marko Osmakcic wurde mehrmals gegen Frauen handgreiflich.
"Zadruga"-Teilnehmer Marko Osmakcic wurde mehrmals gegen Frauen handgreiflich.Screenshot/ Agrovia Today
Das serbische Reality-Format "Zadruga" zeigt brutale Gewaltattacken an Frauen. Wie weit darf Reality-TV gehen?

Kaum jemand ist in den frühen 2000ern daran vorbeigekommen: Die Fernsehshow "Big Brother" schuf eine neue Art des Fernsehens – Reality-TV. Eine Gruppe von Menschen leben mehrere Monate lang in einem eingerichteten Fernsehstudio ("Container") und das ganze Land sieht zu. Wer den Container als Letzter verlässt, gewinnt das Preisgeld. Dieses Format befriedigte den Voyeurismus der Zuschauer und wurde damit zum internationalen Erfolg – wenn zugleich auch stark umstritten. Es wurde zum ersten Mal 1999 in den Niederlanden ausgestrahlt und setzte seinen Trend danach in Deutschland und auch Österreich ("Taxi Orange") fort.

Schreien, schlagen, würgen

Während ein gewaltfreies Miteinander zumindest im deutschen und österreichischen Format oberste Prämisse war, sieht es bei der aktuell laufenden serbischen Version anders aus. In der Fernsehshow "Zadruga" werden die extremen Gewaltszenen ungefiltert ausgestrahlt. Ein Sendungsausschnitt, der "Agrovia Today" vorliegt, zeigt den ehemaligen "Bachelorette Schweiz"-Kandidaten, Marko Osmakcic, wie er in einem Streit mit seiner Freundin, Viktorija Mitrovic, die Fassung verliert. Der 23-Jährige bedrängt die zierliche Frau und schreit sie an. Als sie sich mit einer Ohrfeige wehrt, schlägt er sie zurück, würgt sie und wirft sie zu Boden. Sie bleibt regungslos liegen, worauf Oskmacic das Zimmer verlässt. Kurz darauf entdecken andere Kandidaten die vor Angst aufgelöste Frau am Boden und kümmern sich um sie. Das berichtet das Schweizer Online-Medium "blick.ch". Hintergrund des Streits waren offenbar Eifersüchteleien. Für den Ausraster wurde Osmakcic eine Geldstrafe unbekannter Höhe auferlegt.

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Bereits zuvor gewalttätig augefallen

Osmakcic, der in der Vergangenheit als Schweizer Tennishoffnung gehandelt wurde, versucht nun als Reality-Darsteller zu Ruhm und Erfolg zu kommen – wenn es sein muss, auch mit Gewalt. Diese Attacke war übrigens nicht die erste, die sich der Mann in der Sendung geleistet hat. Er war zuvor im Streit auch auf eine andere Kandidatin losgegangen. Er packte sie und warf sie auf den Küchenboden. Andere Kandidaten eilten zur Hilfe, versuchten zu schlichten und die beiden zu trennen. Security-Männer mussten eingreifen, bevor die Situation außer Kontrolle geriet. 

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Vorbildfunktion?

Offenbar vergessen die Sendungsverantwortlichen, dass TV-Darsteller auch Vorbildwirkung haben. Und welches Vorbild gibt ein Mann ab, der seine Freundin schlägt, würgt und bewusstlos liegen lässt? Sowas sollte im Fernsehen keinen Platz haben. Vor Kurzem hat der Unruhestifter die Sendung verlassen.

Wer Erfahrungen mit Gewalt oder sexuellen Übergriffen erlebt oder in der Vergangenheit erlebt hat, kann sich kostenlos und anonym an folgende Stellen wenden: 

● Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222-555, www.frauenhelpline.at
● Onlineberatung für Mädchen und Frauen im HelpChat, www.haltdergewalt.at
● Frauenhelpline für gehörlose Frauen, www.oegsbarrierefrei.at/bmf/hilfseinrichtungen/ 
● Männerberatungsstelle unter 0720 / 70 44 00, https://www.maennerinfo.at

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