Spektakuläre Festnahme im brasilianischen Bundesstaat Paraiba: Nach einer groß angelegten Polizeiaktion wurde Jorlan S. (33) geschnappt. Der Verdächtige soll sich im Wald versteckt und mit einer ungewöhnlichen Tarnung versucht haben, den Polizisten zu entkommen.
S. trug Frauenkleidung und eine Perücke, hatte lackierte Fingernägel und ein etwa zweijähriges Kind auf dem Arm. Das Kind ist laut Ermittlern nicht mit ihm verwandt. Es blieb unverletzt. Wie es zu dem Verdächtigen kam, wird noch untersucht.
Eine Tätowierung wurde S. schließlich zum Verhängnis. Die Polizisten erkannten den gesuchten Mann und nahmen ihn fest. Dem Zugriff war eine rund 48 Stunden dauernde Polizeiaktion vorausgegangen.
Die Ermittler bringen den 33-Jährigen mit einer ganzen Serie von Tötungsdelikten in Verbindung. Allein innerhalb weniger Monate soll er für mindestens 16 Morde verantwortlich sein. Laut brasilianischen Berichten gibt es bei diesen Fällen nach Angaben der Ermittler starke Beweise. Elf Taten soll S. bereits gestanden haben.
Doch bei seiner Einvernahme machte der Verdächtige eine noch viel drastischere Aussage: Er behauptete, im Laufe seines Lebens rund 80 Menschen getötet zu haben. Ob diese Angaben stimmen, ist derzeit völlig offen. Die Polizei überprüft seine Aussagen.
Er behauptet außerdem, bereits im Alter von 13 Jahren seinen ersten Menschen getötet zu haben. Seine späteren Opfer seien Kriminelle gewesen, erklärte er. Er stellt seine Taten demnach als persönlichen Rachefeldzug dar.
Die Ermittler zeichnen allerdings ein anderes Bild. Sie vermuten Verbindungen zur organisierten Kriminalität. S. soll für die mächtige brasilianische Verbrecherorganisation Comando Vermelho als Auftragsmörder tätig gewesen sein. Der 33-Jährige bestreitet das und behauptet, auf eigene Faust gehandelt zu haben.
Im Zuge der Polizeiaktion wurden zwei weitere Männer festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, ebenfalls mit den Straftaten in Verbindung zu stehen.