Nach enttäuschenden Olympischen Spielen 2022 in Peking hat Mikaela Shiffrin bei den aktuellen Winterspielen ihren Medaillen-Fluch durchbrochen – und im Slalom Gold geholt. In einem bewegenden Interview erklärt die 30‑Jährige, was damals wirklich hinter ihrem Misserfolg steckte – und wie mit Hilfe psychologischer Hilfe zu Olympia-Gold im Slalom fuhr.
Der entscheidende Punkt: Der Verlust ihres Vaters im Februar 2020. Shiffrin erzählt, dass sich seitdem vieles verändert habe – auch wie sie Erfolge wahrnimmt: "Dieser Teil von mir wollte nicht wissen, wie es sich anfühlt, eine Medaille bei den Olympischen Spielen zu gewinnen, ohne diesen Moment mit ihm teilen zu können." Damit räumte sie ganz offen ein, dass ein Teil von ihr 2022 unterbewusst gar keine Medaille ohne ihren Vater wollte.
Umso wichtiger war für sie die mentale Vorbereitung auf die aktuellen Spiele. Sie verriet, dass sie im Juli erstmals gezielte Gespräche mit ihrer Psychologin führte – "und ich habe nur geweint". Shiffrin erklärte weiter, wie intensiv sie und ihr Team über ihre Gefühle sprachen: "Einfach, um offen, ehrlich und auch verwundbar zu sein."
Genau diese Offenheit habe sie stärker gemacht. Die US-Amerikanerin betont, dass gerade das enttäuschende Olympia‑Erlebnis in Peking für ihr persönliches Wachstum wichtig war. "Seitdem hat sich mein Leben um so viel verbessert." Trotzdem wolle sie nicht mehr in der Vergangenheit hängen bleiben: "Ich bin froh, diese Zeit hinter mir zu lassen."
Und der Plan ging auf: Im Slalom setzte sich Shiffrin mit 1,5 Sekunden Vorsprung vor der Schweizerin Camille Rast durch und holte damit ihren dritten Olympia‑Sieg nach Sotschi 2014 und Pyeongchang 2018. Und überwand damit ihre olympische Pechsträhne – in acht Olympia-Bewerben schrammte sie zuvor an den Medaillen vorbei.