Der britische McLaren-Pilot schaffte als Zehnter hauchdünn den Sprung in den dritten Qualifying-Abschnitt der besten zehn, hätte die Chance gehabt, um einen Platz im vorderen Feld der Startaufstellung mitzufahren.
Doch dazu kam es nicht. Denn eine Reifen-Regel machte Norris einen Strich durch die Rechnung. Im Reglement des kurzfristig eingeführten Qualifyings für das Sprintrennen am Samstagnachmittag ist nämlich festgeschrieben, dass die dritte Qualifying-Session mit einem völlig neuen Soft-Reifen gefahren werden muss. Norris hatte allerdings keinen frischen Satz der schnellen Reifen zur Verfügung, durfte deshalb nicht mehr mitfahren. Dasselbe Schicksal hätte auch dem japanischen Alpha-Tauri-Piloten Yuki Tsunoda geblüht, der allerdings bereits im ersten Abschnitt ausgeschieden war.
Norris und auch Tsunoda hatten keinen frischen Satz Soft-Reifen zur Verfügung, weil beide Piloten im regulären Qualifying für den Großen Preis am Sonntag überraschend in Q3 vorgestoßen waren und dafür einen Soft-Satz verwendeten. Damit wurde auch gleich die Schwäche des Sprint-Qualifyings entlarvt: Die Teams legen ihre Priorität eindeutig auf den klassischen Grand Prix am Sonntag, dafür nimmt man in Kauf, im Sprint-Shootout vorzeitig den Motor abstellen zu müssen.
Das Sprint-Shootout wird in einem vergleichbaren Format wie das reguläre Qualifying ausgetragen, ergibt aber nur noch die Startformation für den Sprint. Die drei Abschnitte wurden jeweils verkürzt.