Im Fall des steirischen Internisten, gegen den seit Monaten schwere Vorwürfe erhoben werden, ist es zu einer überraschenden Wende gekommen. Der Mediziner wurde Anfang Juli in Zürich festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft.
Gegen den über 60-Jährigen wird seit Herbst 2025 ermittelt. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch ein Rechtshilfeersuchen der Schweizer Justizbehörden. Der Arzt betrieb neben seiner Ordination in Graz auch eine zweite Praxis in der Schweiz.
Dem Internisten wird vorgeworfen, zahlreiche Patientinnen - darunter auch eine Minderjährige - heimlich gefilmt und Frauen teilweise unter Sedierung missbraucht zu haben. Laut den bisherigen Ermittlungen soll er die Patientinnen außerhalb der regulären Ordinationszeiten und ohne anwesende Assistentin empfangen haben. Ins Rollen kam der Fall, nachdem eine Frau eine in einer Taschentuchbox versteckte Kamera entdeckt und Anzeige erstattet hatte.
Obwohl gegen den Arzt sowohl in Österreich als auch in der Schweiz ein Berufsverbot verhängt worden sein soll, soll er seine Tätigkeit in Zürich fortgesetzt haben. Eine verdeckte Ermittlerin gab sich laut den Informationen als Patientin aus. Kurz darauf wurde der Mediziner festgenommen.
Neben dem Verdacht, trotz Berufsverbots weiter praktiziert zu haben, soll auch Fluchtgefahr bestanden haben. Der Arzt soll Bekannten erzählt haben, dass er in Pension gehen und nach Südafrika auswandern wolle.
Die zuständige Oberstaatsanwaltschaft in Zürich bestätigte laut "Krone", dass sich der Verdächtige seit Anfang Juli in Untersuchungshaft befindet. Die Ermittlungen gegen den Internisten dauern sowohl in Österreich als auch in der Schweiz an.
Für den Tatverdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.