Mit ihrem Schritt brachte sie einen Fall ins Rollen, der mittlerweile weit über die Steiermark hinaus für Entsetzen sorgt. Jene junge Frau, die die Vorwürfe gegen einen Grazer Internisten in der "Kronen Zeitung" öffentlich machte, blickt heute mit Erleichterung auf ihre Entscheidung zurück.
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Arzt aus Graz. Laut den bisherigen Erkenntnissen soll er Patientinnen medizinische Behandlungen vorgetäuscht haben, die nicht notwendig waren. Für diese Untersuchungen mussten sich die Frauen ausziehen. Anschließend soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.
Die Betroffenen wussten offenbar nicht, dass sie während der Termine auch heimlich gefilmt wurden. Nach Angaben der Ermittler versteckte der Mediziner sein Mobiltelefon unter anderem in einer Taschentücherbox oder in einem kleinen Kübel. Die Kamera war dabei auf den Behandlungsbereich gerichtet.
Bei Hausdurchsuchungen stellten Polizisten zahlreiche Fotos und Videos sicher. Die Aufnahmen sollen teilweise mehr als ein Jahrzehnt alt sein und bis ins Jahr 2012 zurückreichen, berichtet die Tageszeitung.
Die Ermittlungen laufen seit dem vergangenen Herbst. Wie viele Frauen tatsächlich betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Seit Bekanntwerden des Falls gehen bei der Polizei jedoch vermehrt Hinweise und Meldungen möglicher weiterer Opfer ein.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Die Ermittler prüfen zudem mögliche Verbindungen in die Schweiz. Dort soll der Arzt laut Staatsanwaltschaft Graz ebenfalls eine Praxis betrieben haben. In Österreich darf der Mediziner inzwischen nicht mehr arbeiten.
Für die junge Studentin war die Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, ein wichtiger Schritt. "So was muss man auch einfach erzählen. Es kann ja nicht sein, dass er einfach so weitermacht", erklärt die junge Frau gegenüber der "Krone". Sie sei jedenfalls "sehr erleichtert."
Sie hofft, dass sich weitere Betroffene melden und sich nicht von Scham oder Angst davon abhalten lassen. Unterstützung fand sie dabei in ihrem persönlichen Umfeld. Nach eigenen Angaben hat sie das Erlebte mittlerweile gut verarbeitet.