Frauen missbraucht und gefilmt

"Sehr erleichtert" – Opfer von Skandal-Arzt spricht

Eine junge Studentin machte den Missbrauchsfall rund um einen Grazer Internisten öffentlich. Nun spricht sie über ihre Beweggründe.
André Wilding
17.06.2026, 20:28
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Mit ihrem Schritt brachte sie einen Fall ins Rollen, der mittlerweile weit über die Steiermark hinaus für Entsetzen sorgt. Jene junge Frau, die die Vorwürfe gegen einen Grazer Internisten in der "Kronen Zeitung" öffentlich machte, blickt heute mit Erleichterung auf ihre Entscheidung zurück.

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Arzt aus Graz. Laut den bisherigen Erkenntnissen soll er Patientinnen medizinische Behandlungen vorgetäuscht haben, die nicht notwendig waren. Für diese Untersuchungen mussten sich die Frauen ausziehen. Anschließend soll es zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

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Mobiltelefon versteckt

Die Betroffenen wussten offenbar nicht, dass sie während der Termine auch heimlich gefilmt wurden. Nach Angaben der Ermittler versteckte der Mediziner sein Mobiltelefon unter anderem in einer Taschentücherbox oder in einem kleinen Kübel. Die Kamera war dabei auf den Behandlungsbereich gerichtet.

Bei Hausdurchsuchungen stellten Polizisten zahlreiche Fotos und Videos sicher. Die Aufnahmen sollen teilweise mehr als ein Jahrzehnt alt sein und bis ins Jahr 2012 zurückreichen, berichtet die Tageszeitung.

Immer mehr mögliche Opfer melden sich

Die Ermittlungen laufen seit dem vergangenen Herbst. Wie viele Frauen tatsächlich betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Seit Bekanntwerden des Falls gehen bei der Polizei jedoch vermehrt Hinweise und Meldungen möglicher weiterer Opfer ein.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Die Ermittler prüfen zudem mögliche Verbindungen in die Schweiz. Dort soll der Arzt laut Staatsanwaltschaft Graz ebenfalls eine Praxis betrieben haben. In Österreich darf der Mediziner inzwischen nicht mehr arbeiten.

"So was muss man erzählen"

Für die junge Studentin war die Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, ein wichtiger Schritt. "So was muss man auch einfach erzählen. Es kann ja nicht sein, dass er einfach so weitermacht", erklärt die junge Frau gegenüber der "Krone". Sie sei jedenfalls "sehr erleichtert."

Sie hofft, dass sich weitere Betroffene melden und sich nicht von Scham oder Angst davon abhalten lassen. Unterstützung fand sie dabei in ihrem persönlichen Umfeld. Nach eigenen Angaben hat sie das Erlebte mittlerweile gut verarbeitet.

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