Ohne einen Sieg im Weltcup darf sich Breezy Johnson Weltmeisterin und Olympiasiegerin nennen. Die US-Amerikanerin triumphierte bei der Abfahrt hauchdünn vor der Deutschen Emma Aicher – 0,04 Sekunden brachten schlussendlich den großen Wurf. Die erste Olympia-Medaille ihrer Karriere, und dann gleich Gold. Die Freude wurde aber wenig später von einer folgenschweren Panne getrübt – ihre Medaille ging in die Brüche.
Selbstironisch präsentierte sie in den Interviews die Goldscheibe, oder was davon übrig war – denn, quer über das Edelmetall zog sich ein dicker Riss. "Ihr denkt vielleicht, sie würde hier hängen", lächelte die 30-Jährige in die Kamera und deutete auf das blaue Band um ihren Hals. Für jeden ersichtlich: Die Medaille fehlte, riss offenbar beim Feiern ab.
Das bestätigte die Olympia-Siegerin auch: Der dünne Steg an Johnsons Medaille brach kurz nach der Siegerehrung im Überschwang der Gefühle. Die Speed-Spezialistin war aber nicht die Einzige, die an diesem Tag ihr Sieges-Andenken entzweite. Das Malheur passierte auch dem deutschen Biathleten Justus Strelow nach Bronze in der Mixed-Staffel und der schwedischen Langläuferin Ebba Andersson nach ihrem Silber-Gewinn.
Dass jedoch alle der Athletinnen zu unachtsam mit ihren Medaillen umgegangen sind und feierten, bis sie brachen, bleibt jedoch zu bezweifeln. Dahinter steckt offenbar ein Fehler in der Produktion, dort scheint etwas schief gelaufen zu sein. Die Olympia-Plaketten wurden von der Istituto Poligrafico e Zecca dello Stato, der staatlichen Münzprägeanstalt Italiens, hergestellt. Für die Produktion wurden recycelte Metalle aus eigenen Produktionsabfällen verwendet. Alle Medaillen haben einen Durchmesser von 80 Millimetern und eine Dicke von rund zehn Millimetern.