Es war aus österreichischer Sicht die traurige Geschichte des Tages. ÖSV-Star Cornelia Hütter belegte in der Olympia-Abfahrt von Cortina, die vom schweren Sturz von Lindsey Vonn überschattet wurde, erneut den undankbaren vierten Platz. Bereits bei Weltmeisterschaften war sie mit "Blech" dreimal knapp an einer Medaille vorbeigefahren – 2015 in Beaver Creek, 2023 in Méribel und im Vorjahr in Saalbach.
Nach dem Rennen zeigte sich die Steirerin entsprechend niedergeschlagen. "Es tut extrem weh, aber es ist nur Skifahren. Ich habe mir nach meinen vielen Verletzungen geschworen, diese emotionale Achterbahnfahrt, die man im Skisport erlebt, nicht mehr mitzumachen", sagte Hütter.
Dass es für eine Medaille nicht reichen würde, war der 33-Jährigen bereits bei der Zieleinfahrt bewusst. "Als ich die Drei aufleuchten gesehen habe, war schnell klar, dass es sich nicht ausgehen wird. Ich wusste, wer noch oben steht." Und so kam es auch: Sofia Goggia verdrängte Hütter bei ihren Heimspielen noch vom Podest und holte Bronze, während Gold und Silber an Breezy Johnson und Emma Aicher gingen.
Entscheidend war dabei ein Fehler im unteren Teil der Strecke. "Ich bin über die Welle gefahren und habe dann mit dem Innenski gepatzt, weil ich den zusätzlichen Meter Linie machen wollte, um den Speed mitzunehmen. Das war am Ende einfach zu viel", erklärte Hütter.
Trotz der Enttäuschung konnte die Steirerin auch Positives aus dem Rennen mitnehmen. "Mir gefallen die Spiele bisher grundsätzlich extrem gut, und ich möchte dieses Gefühl, das ich beim Fahren die meiste Zeit hatte, einfach mitnehmen." Auch die Trainer hätten zuletzt einen klaren Fokus vorgegeben. "Die Coaches haben zu uns gesagt, wir sollen vor allem Spaß haben – das versuche ich umzusetzen."
Die nächste Chance auf eine Medaille bietet sich am Dienstag bei der Team-Kombination, in der sie in der Abfahrt fahren wird, während eine ÖSV-Kollegin den Slalom bestreitet. Letztes Jahr ging sie mit Katharina Huber bei der WM in Saalbach an den Start und wurde Sechste. Ein Format, das für sie noch etwas gewöhnungsbedürftig ist: "Als Einzelsportlerin ist es schwierig zu beurteilen, weil man es nicht gewohnt ist, dass man gemeinsam Leistung erbringen muss. Aber darüber mache ich mir jetzt noch keine Gedanken, sonst kann ich wieder nicht schlafen." So oder so. Es bleibt Hütter zu wünschen, dass auch sie einmal vom olympischen Podest lachen kann.