"Dynamic Pricing"

Skipreise explodieren – Tageskarte kostet 90 Euro

Fast 100 Euro für einen Tag Spaß auf der Piste. Damit ist Montafon schon lange kein Ausreißer mehr – die Skipreise schossen heuer in die Höhe.
Österreich Heute
12.02.2026, 10:54
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Skifahren wird immer mehr zum Luxusvergnügen. Ein neues Phänomen sorgt nun für Aufsehen: Die Preise für Skikarten werden dabei "dynamisch" berechnet. Wer weit im Voraus bucht, zahlt weniger. Für Kurzentschlossene schießen die Preise an manchen Tagen regelrecht durch die Decke. Spitzenreiter ist die Silvretta Montafon – mit satten 89,50 Euro für eine Tageskarte.

Fast 100 Euro für Tageskarte

Eine Analyse des ORF Vorarlberg zeigt: Am 17. Jänner kostete das Ticket für Erwachsene bei Buchung fünf Tage im Voraus genau diesen Betrag – so viel wie nie im untersuchten Zeitraum. An diesem Tag war das Gebiet ausverkauft. Möglicherweise hat ein spezielles Event die Preisspitze ausgelöst. Doch auch an anderen Tagen kletterten die Preise in ähnliche Höhen.

Brisant: Bei tagesaktueller Buchung übertraf die Silvretta Montafon an vielen Tagen sogar den Fixpreis von Ski Arlberg (81,50 Euro) und galt damit zeitweise als teuerstes Skigebiet Vorarlbergs.

Kunden sind verstimmt

Die dynamische Preisgestaltung sorgt bei einem Teil der Gäste für Unzufriedenheit. Einige Kundinnen und Kunden haben ihrem Ärger in Google-Rezensionen Luft gemacht. Neben der Höhe der Preise wird darin vor allem die mangelnde Transparenz bei der Preisbildung kritisiert.

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"Dynamic Pricing" Modell

Die Betreiber verteidigen das "Dynamic Pricing" als faires Modell mit Vorteilen für Frühbucher. Doch die ORF-Analyse zeigt: Wer nur ein bis drei Tage vorher bucht, spart im Schnitt gerade einmal zwei bis sechs Euro.

Erst ab fünf Tagen Vorlauf liegt die durchschnittliche Ersparnis in der Silvretta Montafon bei rund acht Euro oder mehr. Der Haken: "So früh lässt sich das Wetter nicht zuverlässig vorhersagen", heißt es im Bericht. Wer sparen will, muss also auf gut Glück buchen – und riskiert Wind, Nebel oder Schneefall. Kurz gesagt: Entweder billiger oder schönes Wetter. Beides zusammen wird schwierig.

Die Gewinne der Betreiber steigen dennoch, auch wenn die Gästezahlen zurückgehen.

Branche verteidigt Teuerungen

Die Branche weist die Kritik zurück. "Das ist keine Erfindung der Seilbahnen", sagt Andreas Gapp, Fachgruppenobmann der Seilbahnen in Vorarlberg, gegenüber dem ORF. Auch Flugtickets würden längst dynamisch bepreist.

Den Vorwurf mangelnder Transparenz versteht er nicht: "Ich sehe genau, was eine Karte an einem gewissen Tag kostet." Und weiter: "Man lebt in einer Marktwirtschaft, und wenn es jemandem zu teuer ist, kann er auch auf andere Skigebiete ausweichen", so der ORF.

Bemerkenswert: Gapp ist selbst Geschäftsführer der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen. Dort habe man sich "bewusst gegen Dynamic Pricing entschieden", heißt es im ORF-Bericht.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 12.02.2026, 10:57, 12.02.2026, 10:54
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