Smartphone-Test

Smartphone-Tipp für 300 Euro? Das Vivo Y31e 5G im Test

Großer Akku und schlichtes Design: Das Vivo Y31e 5G wirkt für 300 Euro solide. Wir haben geprüft, was Käufer für ihr Geld bekommen – und was nicht.
Rene Findenig
07.06.2026, 15:30
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Wer 300 Euro für ein Smartphone ausgibt, erwartet zwar kein Modell der Spitzenklasse und der Rekorde, aber auch längst mehr als nur ein funktionierendes Gerät. In dieser Preisklasse konkurrieren zahlreiche Modelle um die Aufmerksamkeit der Käufer. Viele bieten mittlerweile hochauflösende Displays, schnelle Ladegeschwindigkeiten, mehrere Kameras mit brauchbarer Bildqualität und genügend Leistung für mehrere Jahre Alltagseinsatz. Genau in diesem Umfeld muss sich auch das neue Vivo Y31e 5G behaupten. Schon beim ersten Blick wird klar, dass Vivo beim Y31e 5G keinen besonderen Fokus auf auffällige Experimente gelegt hat. Das Gerät setzt auf eine klassische Bauweise mit Kunststoffgehäuse und einem flachen Rahmen.

Stattdessen versucht der Hersteller, möglichst viele praktische Eigenschaften in einem Gerät zu vereinen. Das beginnt beim Design und zieht sich durch nahezu alle technischen Bereiche. Die Bauweise verrät, dass Robustheit eines der Merkmale des Geräts ist. Die Schutzklassen IP68, IP69 und IP69+ machen das Smartphone so gut wie staub- und wasserdicht (auch gegen Wasserstrahlen mit Hochdruck), was in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist. Viele Geräte um die 300 Euro verfügen lediglich über grundlegenden Schutz gegen Spritzwasser. Wer sein Smartphone unterwegs verwendet, bei schlechtem Wetter telefoniert oder das Gerät nicht ständig mit Samthandschuhen anfassen möchte, dürfte das schätzen.

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Großes Display mit kleineren Abstrichen

Dazu kommt das sogenannte "Vierfach-Kurven-Design", mit dem Vivo eine angenehmere Handhabung erreichen möchte. Trotz des großen Displays soll das Gerät besser in der Hand liegen. Gleichzeitig wirkt die Gestaltung modern, ohne übertrieben auffällig zu sein. Das Smartphone versucht nicht, Aufmerksamkeit durch grelle Farben oder außergewöhnliche Formen zu erzeugen. Zur Wahl stehen Modelle in Schwarz und Weiß. Der Fingerabdrucksensor sitzt seitlich im Rahmen in der Einschalt-Taste. Das mag unspektakulär wirken, ist für viele Nutzer aber eine praktische Lösung. Der Daumen landet beim Aufnehmen des Geräts ohnehin in diesem Bereich. Wertiger würde ein Sensor im Display natürlich dennoch wirken.

Die Vorderseite wird von einem 6,72 Zoll großen Display dominiert. Damit gehört das Vivo Y31e 5G eindeutig zu den größeren Smartphones auf dem Markt. Wer häufig Videos ansieht, soziale Netzwerke nutzt oder im Internet surft, profitiert von der zusätzlichen Fläche. Besonders wichtig ist die Bildwiederholrate von 120 Hertz. Noch vor wenigen Jahren waren derartige Werte deutlich teureren Smartphones vorbehalten. Inzwischen hat sich die Technik in der Mittelklasse etabliert. Das Vivo verzichtet deshalb nicht auf dieses Merkmal. Für den Nutzer macht sich das vor allem beim Scrollen bemerkbar. Webseiten bewegen sich flüssiger, Animationen wirken ruhiger und Menüs reagieren angenehmer.

Snapdragon 4 Gen 2 soll den Alltag stemmen

Vivo nennt zudem eine Spitzenhelligkeit von bis zu 1.050 Nits – das ist nicht überragend, reicht aber aus, wenn es nicht gerade gleißend hell ist und man das Display im direkten Sonnenlicht ablesen will. Die Auflösung von 1.080 x 2.408 Pixel ist dafür ausreichend scharf für Spiele, Serien, Filme und andere Inhalte. Wichtig für Nutzer: Hier gibt es kein AMOLED-Display, sondern einen LCD-Bildschirm. Der kann zwar nicht die tiefen Schwarztöne und starken Kontraste eines OLED-Konkurrenten erreichen, punktet dafür aber mit guter Bildqualität in allen Lichtsituationen und einem geringeren Akkuverbrauch. Im direkten Vergleich mit anderen Geräten um 300 Euro wirkt die Display-Ausstattung zurückhaltend, die Konkurrenz fährt hier AMOLED-Stärken auf.

Im Inneren des Vivo Y31e 5G arbeitet Qualcomms Snapdragon 4 Gen 2. Der Chip wird im modernen 4-Nanometer-Verfahren gefertigt und gehört zur aktuellen Einsteiger- und unteren Mittelklasse von Qualcomm. Wer bei einem Smartphone um 300 Euro nach einem Hochleistungsgerät sucht, wird allerdings grundsätzlich in einer anderen Preiskategorie fündig werden. Das gilt nicht nur für Vivo, sondern für nahezu alle Hersteller. Interessanter ist deshalb die Frage, ob die vorhandene Leistung für typische Alltagsaufgaben genügt. Genau darauf scheint Vivo den Fokus gelegt zu haben. Messenger-Dienste, Streaming, Navigation, E-Mail, Online-Banking und soziale Netzwerke schupft das Smartphone gemächlich, aber problemlos.

Das 6,72 Zoll Display bietet eine Bildwiederholrate von 120 Hertz und ist mit bis zu 1.050 Nits auch im Freien gut ablesbar.
Rene Findenig

Lange Laufzeit ist eines der stärksten Argumente

Unterstützt wird der Prozessor von 6 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher. Zusätzlich kann ein Teil des internen Speichers als erweiterter Arbeitsspeicher mit nochmals 6 GB genutzt werden. Beim internen Speicher (nicht erweiterbar) verbaut Vivo wahlweise 256 oder 512 GB. Die Leistung reicht für die meisten Mobilspiele, sehr leistungsintensive erfordern Abstriche bei der Grafik – hier stößt das Smartphone an seine Grenzen. Gleichzeitig tut das aber auch der Laufzeit gut. Vivo stattet das Y31e 5G mit einem Akku aus, der 5.200 Milliamperestunden Kapazität bietet. Das reicht locker für mehr als einen, meist sogar für zwei Tage Nutzung aus. Das Smartphone unterstützt 44-Watt-FlashCharge. Kabelloses Laden gibt es nicht.

Die Kamera verfolgt einen anderen Ansatz als viele Konkurrenten. Wer sich Smartphones um 300 Euro ansieht, entdeckt oft lange Listen von Kameras auf der Rückseite. Manche Hersteller verbauen drei oder sogar vier Sensoren, obwohl einzelne davon im Alltag kaum eine Rolle spielen. Vivo geht beim Y31 5G einen etwas anderen Weg. Im Mittelpunkt steht eine 50-Megapixel-Hauptkamera, der ein 2-MP-Sensor für Tiefeneffekte zur Seite steht. Für Selfies und Videotelefonie steht eine 32-Megapixel-Frontkamera zur Verfügung. Die Hauptkamera mit 50 MP bewegt sich dabei auf einem Niveau, das in der Mittelklasse inzwischen üblich geworden ist. Die Frontkamera mit 32 Megapixeln fällt dagegen stärker auf.

Besonders auffällig sind die Schutzklassen IP68, IP69 und IP69+, die in dieser Preisklasse selten zu finden sind.
Rene Findenig

Erwartbare Schwächen und überraschende Stärken

Vivo integriert darüber hinaus verschiedene KI-Funktionen für die Bildbearbeitung. Dazu gehören unter anderem Werkzeuge zum Entfernen unerwünschter Objekte oder zur automatischen Optimierung von Aufnahmen. Wichtig ist allerdings eine nüchterne Einordnung. Die Auflösung einer Kamera sagt allein noch nichts über die tatsächliche Bildqualität aus. Eine einzelne Hauptkamera, reicht das 2026 noch aus? Die Testergebnisse sind überraschend, auch wenn die erwartbaren Schwächen auftreten. So sollte man vom Zoom, der digital maximal zehnfach möglich ist, lieber generell die Finger lassen. Und auch in der Nacht kann das Vivo Y31e keinesfalls mit den besten der Preisklasse oder gar teureren Modellen mithalten.

Soweit, so erwartbar. Überraschend wird es aber bei der Qualität der Bilder der Hauptkamera ganz generell. Bei Tageslicht liefert die Hauptkamera ordentliche bis gute, detailreiche Fotos mit kräftigen Farben und ausreichend Dynamikumfang. Gut für die Preisklasse fallen Porträts auf. Nachtfotos wiederum sind brauchbar, aber nicht die Stärke des Geräts. Eine deutliche Schwäche gibt es beim Zoom. Tagsüber sollte man maximal auf die zweifache Vergrößerung des maximalen 10-fach-Zooms gehen, nachts besser komplett die Finger davon lassen. Spannend ist die 32-MP-Frontkamera. Die fällt in dieser Preisklasse tatsächlich auf. Selfies fallen überdurchschnittlich detailliert aus und Videotelefonate bieten eine gute Bildschärfe.

Viel Künstliche Intelligenz mit an Bord

Kaum ein aktuelles Smartphone kommt auch abseits der Kamera noch ohne KI-Funktionen auf den Markt. Das Vivo Y31 5G bildet hier keine Ausnahme. Zu den Funktionen gehört Circle to Search. Dabei können Inhalte direkt auf dem Bildschirm markiert werden, um anschließend eine Suche zu starten. Wer beispielsweise einen Gegenstand auf einem Foto entdeckt oder Informationen zu einem Produkt sucht, muss nicht erst eine Suchmaschine öffnen. Hinzu kommt eine KI-Bildschirmübersetzung. Diese Funktion kann Inhalte direkt auf dem Display übersetzen. Auch bei Fotos kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz. Vivo bietet eine ganze Palette an verschiedenen Werkzeugen zur Optimierung und Bearbeitung von Fotos.

Anders als noch vor wenigen Jahren handelt es sich dabei mittlerweile nicht mehr um exklusive Premium-Funktionen, das meiste stammt von Google. Abseits davon: Vivo stattet das Y31e 5G mit Stereo-Lautsprechern aus. Bei Videos oder Spielen sorgt dies für ein ausgewogenes Klangbild. Zusätzlich nennt Vivo eine maximale Lautstärke von bis zu 400 Prozent im Vergleich zum Standardmodus. Musikstreaming und das Schauen von Filmen und Videos am Smartphone macht Spaß. Die Vivo-eigene Benutzeroberfläche läuft auf Android 15 – klare Aussagen zur Update-Politik des Geräts gibt es nicht. Betriebssystem Die vielleicht spannendste Frage betrifft jedoch die Einordnung gegenüber der Konkurrenz.

Wo das Vivo Y31e 5G im Markt steht

Rund 300 Euro sind ein Preisbereich, in dem Käufer bereits eine große Auswahl haben. Geräte von Samsung, Honor, Xiaomi, Redmi oder Motorola bieten teilweise ähnliche Ausstattungen, wurden aber gleichzeitig über die Jahre immer teurer und sprengen die 300-Euro-Marke mittlerweile deutlich. Das Vivo Y31e 5G punktet hier vor allem mit seiner Kombination aus Eigenschaften. Der große Speicher von 256 Gigabyte gehört ebenso dazu wie die 44-Watt-Schnellladefunktion und die umfangreichen Schutzklassen gegen Wasser und Staub. Gerade die IP68- und IP69-Zertifizierungen sind in dieser Preisregion besonders auffällig. Viele Konkurrenten bieten hier weniger Schutz oder verzichten auf entsprechende Einstufungen.

Auch die Kombination aus 120-Hertz-Display, großem Akku und 256 Gigabyte Speicher wirkt ausgewogen. Gleichzeitig bleibt das Smartphone realistisch betrachtet ein Gerät zwischen Einsteiger- und Mittelklasse. Der Snapdragon 4 Gen 2 richtet sich an Alltagsnutzer und nicht an Menschen, die viel Spielen oder schnell Daten verarbeiten wollen. Wer regelmäßig aufwendige Spiele spielt oder höchste Ansprüche an die Kamera stellt, wird sich vermutlich andere, teurere Modelle ansehen müssen. Käufer erhalten ein Gerät, das die wichtigsten Anforderungen des Alltags abdeckt und dabei auf einige Eigenschaften setzt, die in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich sind, aber auch auf viel Technik, die für die Kosten erwartbar ist.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 07.06.2026, 15:30
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