So könnte der Sommerurlaub 2021 aussehen

Strand in Italien
Strand in Italienistock
Hotels und Beherbergungsbetriebe bleiben weiterhin geschlossen. Der Winterurlaub ist für heuer abgesagt, doch wie wird es im Sommer aussehen?

Die Regierung berät am Montag in einem "Lockdown-Gipfel" weitere Öffnungsschritte. Für Gastronomie und Tourismus heißt es jedoch weiter warten. Die Wintersaison ist bald zu Ende. Es ist ein schwerer Schlag für die Branche. Es ist schwer zu sagen, wie die Situation im Sommer aussehen wird.

Test für Check-in

Derzeit hoffe man auf eine Wiederauferstehung des Tourismus Anfang März. Fix ist, dass in den heimischen Hotels – sowie jetzt auch bei den körpernahen Dienstleister – ein negativer Test vorgelegt werden muss, um einchecken zu können. Eine Impfpflicht soll es in Österreich nicht geben.

"Einen Urlaub plane ich für gewöhnlich eine gewisse Zeit im Voraus, damit sollte es auch ohne Probleme möglich sein, davor einen Test durchführen zu lassen", erklärte unlängst Mathias Schattleitner, Präsident des Bundesverband Österreichischer Tourismusmanager (BÖTM), im Gespräch mit "Heute".

Was den Tourismus im Ausland betrifft, ist eine Prognose für den Sommer schwierig. Sollten die Impfungen Wirkung zeigen, werden die Grenzen sicher nach und nach geöffnet. Doch wird wohl ein Urlaub ohne Impfung bzw. mehrfachen Corona-Test nicht möglich sein.

Einheitliches EU-Dokument zu Tests und Impfungen gefordert

So werden Hotels und Fluglinien Bestätigungen einfordern können. Flughafen-Vorstand Günther Ofner forderte in der "Presse" ein einheitliches EU-Dokument dazu. Die "Zettelwirtschaft" derzeit sei unübersichtlich. Flugreisende würden Test- oder Impfbestätigungen in unterschiedlichsten Sprachen von unterschiedlicher Vertrauenswürdigkeit vorlegen. Ofner spricht sich für eine App aus, in der sowohl Impfungen als auch Tests und der Status der Antikörper festgehalten sind.

27 EU-Staaten haben sich bereits für eine derartige Vorgehensweise ausgesprochen. Der Anstoß dafür kam von Spanien, Portugal und Griechenland. Der Tenor dazu lautet: "Die Menschen, die geimpft sind, müssen frei reisen dürfen."

In Dänemark ist dieses Konzept bereits in der Umsetzungsphase. Die App soll das Reisen in diesem Sommer ermöglichen. Sie könnte aber auch für den Besuch von Restaurants, Fitnessstudios oder Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

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Ein digitaler Impfpass steht auch in Österreich bereits in den Startlöchern. Am Freitag wurden die Details dazu präsentiert. Bis Ende März soll das Tool fertig gestellt sein. Jeder Bürger kann hier seinen Impfstatus abrufen.

Zudem werden auch anonymisierte Impfdaten abzulesen sein, etwa wie viele Impfungen in jeder Region bereits durchgeführt wurden - aufgeschlüsselt nach Alter, Geschlecht, Impfdatum, Impfstoff und erhaltenen Impfdosen.

Israel und Griechenland planen Reisen-Korridor

"Der Nachweis eines negativen Corona-Tests oder einer Impfung wird neben Masken noch länger unsere Realität sein. Impfzertifikate sind daher ein Instrument, um Mobilität nach Eindämmung der Pandemie wieder zu erleichtern", betonte Karoline Edtstadler in der "Presse". Auch sie fordert auf EU-Ebene rasche Beschlüssen.

Israel und Griechenland planen sogar einen Reise-Korridor für Geimpfte. Vertreter beider Länder verständigten darauf, geimpften Bürgern Reisen zwischen den Staaten ohne Auflagen zu gestatten, sobald die Flugbeschränkungen aufgehoben sind. Das bedeutet, dass sie ohne Quarantäne oder andere Einschränkungen in das jeweilige Land reisen können.

Auch andere Länder haben bereits die Quarantänepflicht für geimpfte Reisende gestrichen, darunter Island, Rumänien und die Seychellen. Das Konzept wird jedoch auch kritisiert. Von einer Zweiklassengesellschaft ist die Rede, sollten geimpfte Bürger Vorteile erhalten.

Dubai und Malediven derzeit beliebt

Fest steht jedoch: Das Reise-Interesse der Österreicher ist groß. In den Wiener Reisebüros laufen die Telefone heiß. "Primär fragen die Kunden nach: Wann kann ich wegfliegen? Wo kann ich hinfliegen?", erklärt Josef Peterleithner, Präsident vom Österreichischen Reiseverband (ÖRV) gegenüber "orf.at". Gebucht wird aber nur vereinzelt, derzeit etwa nach Dubai oder auf die Malediven.

Die Anbieter locken derzeit mit sogenannten Flex-Tarifen: "Wenn der Konsument jetzt bucht, kann er bis 14 Tage vorher kostenlos umbuchen oder stornieren", so Peterleithner. Die Arbeiterkammer rät dazu, auf Storno- und Rücktrittsmöglichkeiten zu achten.

Buchungsrückgang um 50 Prozent erwartet

"Der Wunsch zu reisen, ist geblieben. Mehr denn je wollen die Österreicher raus aus den eigenen vier Wänden, wollen fremde Menschen und Kulturen kennenlernen", sagt Peterleithner. Primär planen die Österreicher einen Badeurlaub im Sommer bevorzugt in Spanien, Italien oder in der Türkei.

Insgesamt rechnen die Reiseveranstalte aber mit einem Buchungsrückgang im Sommer von 50 Prozent im Vergleich zum Sommer 2019.

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