Nur noch ein Video, nur noch ein Post - und schon ist wieder eine Stunde vergangen. Was viele kennen, ist kein Zufall, sondern gewollt: Plattformen wie TikTok, Instagram und Online-Shops setzen gezielt auf Mechanismen, die uns immer länger am Smartphone halten.
Besonders Jugendliche sind gefährdet, in die Suchtfalle zu tappen. Denn ihr Gehirn ist noch in Entwicklung und damit anfälliger für die Belohnungssysteme der Apps.
Wie heise.de berichtet, analysieren Experten des c't-Magazins in einem aktuellen Podcast genau diese Mechanismen. Sie erklären, warum TikTok so treffsicher Videos ausspielt und welche Rolle dabei nicht nur Belohnung, sondern auch das gezielte Enttäuschen von Erwartungen spielt.
Neben den Algorithmen gibt es auch sogenannte Dark Patterns - manipulative Designelemente, die uns zu Entscheidungen drängen. Typische Beispiele sind Meldungen wie „Nur noch 20 Minuten gültig“ oder „Nur noch 3 Stück auf Lager“. Solche Tricks sprechen unbewusste Prozesse im Gehirn an.
Auf dem Smartphone wirken diese Fallen besonders effektiv, weil wir das Gerät ständig bei uns haben und oft impulsiv darauf reagieren.
Die Experten diskutieren auch, was die EU mit dem Digital Services Act erreichen kann. Die Verfahren dauern allerdings oft quälend lange. Ob ein Social-Media-Verbot für Jugendliche die Lösung ist, bleibt umstritten.
Doch es gibt auch gute Nachrichten: Wer die Tricks kennt, kann ihnen besser widerstehen. Die Experten geben praktische Tipps, wie man die Fallen umschifft - etwa durch bewusstes Einstellen von Benachrichtigungen und Bildschirmzeit-Limits.