Decken auf den Wiesen, Kameras Richtung Himmel, Schutzbrillen auf der Nase: In Linz warteten am Mittwoch zahlreiche Schaulustige auf ein seltenes Naturschauspiel. Dann schob sich der Mond langsam vor die tief stehende Sonne und ließ nur noch eine leuchtende Sichel übrig.
Am Freinberg sicherten sich die ersten Besucher bereits gegen 18.30 Uhr einen Platz mit freiem Blick Richtung Westen. Einige rückten sogar mit professioneller Ausrüstung an. Andere machten es sich auf Decken gemütlich – manche kletterten für eine bessere Aussicht sogar auf einen Baum. Auch "Heute"-Redakteurin Lea Strauch stand dort mit ihrer Kamera bereit.
Und auch der Pöstlingberg wurde zum Hotspot. Dutzende saßen auf den Wiesen, blickten durch Schutzbrillen nach oben oder hielten das Spektakel mit Handys fest. Besonders eindrucksvoll: die glühende Sonnensichel über der dunklen Landschaft und die Zuschauer als Silhouetten davor. Fotograf Andreas Röbl hielt dort das Geschehen fest.
Das Besondere in Oberösterreich: Das Himmelsschauspiel fiel mitten in den Sonnenuntergang. Der Himmel leuchtete orange und rot, während der schwarze Mond immer größere Teile der Sonnenscheibe verdeckte. Hügel, Bäume und Zuschauer wurden zu dunklen Silhouetten.
Himmelsfans müssen übrigens nicht lange auf eine Zugabe warten. Am Freitag, dem 28. August, gibt es eine partielle Mondfinsternis. Sie beginnt in Österreich gegen 3.23 Uhr. Ab etwa 5.12 Uhr schiebt sich der Mond in den Schatten der Erde. In OÖ ist das Schauspiel bis zum Monduntergang zu sehen.
Dass Sonnen- und Mondfinsternis so knapp aufeinanderfolgen, ist kein Zufall: Die beiden Himmelsspektakel treten oft im Doppelpack auf. Bei der Sonnenfinsternis steht der Mond zwischen Erde und Sonne. Rund zwei Wochen davor oder danach kann die Erde zwischen Sonne und Mond stehen und ihren Schatten auf den Mond werfen.