Einstellungen am Handy

iPhone und Co.: So schützt du dich vor Betrugsanrufen

Mit technischen Einstellungen lassen sich Spam- und Betrugsanrufe am Smartphone wirksam erkennen und abwehren. Wir zeigen dir, wie.
Heute Life
07.02.2026, 17:23
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Wenn das Handy läutet und auf dem Display ein anonymer Anrufer erscheint, ist oft Betrug im Spiel. Leute geben sich als Polizisten aus, behaupten, von der Bank zu sein, oder erzählen dir was von einem Problem mit Paypal. "Ziel der Anrufe ist meistens finanzieller Schaden. Opfer werden dazu gebracht, Überweisungen zu tätigen, Bankdaten preiszugeben oder Fernwartungssoftware zu installieren", sagt Sandra Pöheim von der Watchlist-Internet. Laut der Plattform Futurezone gibt es mehr als tausend Meldungen solcher Betrugsversuche pro Monat. Die Dunkelziffer dürfte aber noch viel höher sein. Zum Glück gibt es technische Tricks, wie du diesen Anrufen einen Riegel vorschieben kannst.

Das kannst du beim iPhone tun

Mit einem iPhone hast du die Möglichkeit, unbekannte Anrufer stumm zu schalten. Geh dazu in die Einstellungen, such die Telefon-App und scroll nach unten zu "Unbekannte Anrufer stumm schalten". Diese Anrufe landen dann in der Mailbox und werden in der Liste angezeigt.

Großer Nachteil: Wenn dich etwa ein Lieferant anruft und du seine Nummer nicht gespeichert hast, kommt er leider nicht durch.

Seit iOS 26 (das aktuelle Betriebssystem) gibt es auch einen Anruffilter für Spam-Anrufe. In Österreich ist der aber bisher nicht verfügbar. Wenn eine unbekannte Nummer anruft, läutet das Handy nicht. Stattdessen nimmt eine künstliche Stimme ab und fragt nach dem Grund für den Anruf. Am Bildschirm siehst du dann ein Transkript und kannst entscheiden, ob du abheben willst. Wenn eine Nummer besonders nervig wird, kannst du sie blockieren: In der Anrufliste auf die Nummer tippen, ganz unten findest du "Kontakt blockieren".

Das kannst du bei Android tun

Mit einem Pixel-Handy (Smartphones "made by Google") schützt du dich so: Öffne die Telefon-App und klick auf die drei Striche links oben. Dann auf "Einstellungen", dort findest du "Anrufer-ID und Spam". Mit "Anrufer- und Spam-ID anzeigen" erkennt das Handy Geschäfts- und Spamnummern. Mit "Spamanrufe herausfiltern" wirst du von solchen Anrufen gar nicht mehr gestört. Google warnt dich auch, wenn ein Anruf Spam sein könnte. In den Einstellungen unter "Blockierte Nummern" kannst du lästige unbekannte Nummern blockieren, dann läutet das Handy bei diesen gar nicht mehr.

Bei Samsung Galaxy Handys gehst du in die Telefon-App, tippst auf die drei Punkte rechts oben und dann auf "Einstellungen". Hier findest du auch "Unbekannte/private Nr. ausblenden" und kannst gezielt Nummern blockieren. Direkt darunter gibt’s "Anrufer-ID und Spam-Schutz". Auch damit werden verdächtige Anrufe gleich als Spam gekennzeichnet. Ähnlich funktioniert das auch bei anderen Android-Geräten.

Apps als Schutz vor Spam

Es gibt auch eigene Apps, die dich vor Spam-Anrufen schützen. Sie greifen auf Datenbanken zurück, die von Nutzern befüllt werden. Wenn viele Leute eine verdächtige Nummer melden, landet sie auf einer "schwarzen Liste" und dein Handy läutet bei dieser Nummer nicht mehr. Bekannte Apps sind "Truecaller", "Hiya" oder "Clever Dialer". Es gibt aber auch noch andere. Auch WhatsApp bietet eine Funktion, um unbekannte Anrufer stumm zu schalten. Die findest du in den Einstellungen unter "Datenschutz" und dann bei den Anrufen unter "Anrufe von Unbekannt stummschalten". Sie erscheinen trotzdem in der Anrufliste.

Es kann jeden treffen

Manche sind mehr betroffen, andere weniger. "Betrüger zielen auf alle Menschen ab. Spam- und Betrugsanrufe entstehen meist durch große Datenbanken mit Telefonnummern, die Kriminelle aus Datenlecks, dem Telefonbuch, Gewinnspielen oder dem Darknet beziehen. Teilweise werden Nummern auch automatisch per Computer generiert und wahllos angerufen", sagt Pöheim. "Deshalb sollte man kein falsches Sicherheitsgefühl haben. Das Bild, wonach nur ältere oder 'digital wenig affine' Personen betroffen sind, ist falsch", betont Pöheim.
Ein guter Tipp: Gib deine private Nummer nur dann an, wenn es wirklich sein muss. Wenn du bei einem Gewinnspiel mitmachst und die Nummer nicht angeben musst, dann lass es lieber.

Wissen schützt

Wenn du aktuelle Betrugsmaschen kennst, ist die Chance geringer, dass du reinfällst. Die Betrüger machen oft emotionalen Druck, drohen oder tun so, als wäre es ganz dringend. Sprich am besten auch in der Familie über das Thema. Praktisch kann es sein, wenn ihr ein Codewort für Notfälle ausmacht, das nur die Familie kennt. Nach dem fragst du dann, wenn jemand behauptet, ein Angehöriger zu sein. "Wichtig ist auch das eigene Verhalten: keine Namen oder Daten nennen, bei Tonbandstimmen sofort auflegen und grundsätzlich skeptisch bleiben", fasst Pöheim zusammen.

Bist du dir unsicher, ob wirklich deine Bank anruft, leg auf und ruf selbst bei der Bank an. Das Innenministerium rät: "Wenn Sie von einer Hotline angerufen und aufgefordert werden, eine Tastenkombination auf Ihrem Telefon einzugeben, beenden Sie sofort das Telefonat." Seriöse Unternehmen würden dich nicht ohne Vorwarnung wegen eines technischen Problems anrufen. Wenn du einen Spam-Anruf bekommen hast, kannst du die Nummer bei der RTR über das Formular "Rufnummernmissbrauch" melden.

{title && {title} } red, {title && {title} } 07.02.2026, 17:23
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