Während Deutschland um eine Pensionsreform ringt, gehen andere Länder mit gutem Beispiel voran. Schweden und die Niederlande haben ihre Rentensysteme bereits modernisiert und setzen auf eine Kombination aus staatlicher Absicherung und Kapitalmarkt-Investments.
In Schweden müssen Arbeitnehmer verpflichtend 2,5 Prozent ihres Bruttoeinkommens in einen Vorsorgefonds einzahlen. Das Geld wird am Kapitalmarkt angelegt und sorgt für zusätzliche Renditen im Alter.
Wie NTV berichtet, setzt das schwedische System auf drei Säulen: eine staatliche Grundrente, betriebliche Altersvorsorge und die sogenannte Prämienrente. Bei Letzterer können die Bürger selbst wählen, in welche Fonds ihr Geld fließt.
Die Niederlande gelten als eines der erfolgreichsten Rentensysteme weltweit. Die betriebliche Altersvorsorge ist dort stark ausgebaut und wird von großen Pensionsfonds verwaltet, die das Geld gewinnbringend anlegen.
Doch auch die Vorzeigemodelle haben Schwachstellen. In Schweden liegt das Rentenniveau bei nur etwa 55 Prozent des letzten Gehalts – deutlich niedriger als in Deutschland. Viele Schweden arbeiten deshalb länger oder setzen auf private Zusatzvorsorge.
Die niederländischen Pensionsfonds kämpfen mit den niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre. Einige mussten die Auszahlungen kürzen, was zu Unmut unter den Rentnern führte.
Experten sehen vor allem die frühe Einbindung des Kapitalmarkts als Vorteil. Durch das langfristige Anlegen in Aktien und Fonds werden Schwankungen ausgeglichen und hohe Renditen erzielt.
Deutschland plant nun mit der Aktienrente einen ähnlichen Schritt – allerdings in deutlich kleinerem Umfang als Schweden.