So viele Kunden müssen Geschäfte jetzt aussperren

Ab 15. November gilt in Österreich ein Lockdown für Ungeimpfte.
Ab 15. November gilt in Österreich ein Lockdown für Ungeimpfte.HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com (Symbolbild)
Der Lockdown für Ungeimpfte verschärft die Situation im Handel erheblich. "Hohe Umsatzverluste sind damit vorprogrammiert", sagt Rainer Trefelik.

Der am Sonntag von der Bundesregierung angekündigte österreichweite Lockdown für Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, hat in noch nicht absehbarem Ausmaß gravierende negative Folgen für den österreichischen Handel. "Mit dieser Maßnahme müssen Fachgeschäfte rund 35 Prozent an potenziellen Kunden aussperren, hohe Umsatzverluste sind damit vorprogrammiert", sagt Rainer Trefelik, der Sprecher des österreichischen Handels (WKÖ), besorgt.

Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent

Aufgrund der pandemischen Situation ist die Lage im Handel schon seit den letzten 20 Monaten angespannt. Insbesondere Handelsunternehmen, die von Veranstaltungen abhängig sind, mussten im vergangenen Jahr Umsatzrückgänge von bis zu 50 Prozent verkraften. Ähnlich kritisch ist die Situation bei Händlern in Innenstadtlagen, in touristischen Gebieten und für die Markthändler. "Mit dem Lockdown für Ungeimpfte werden die Umsätze noch weiter in den Keller rasseln, ich mache mir große Sorgen um die Existenz unsere Mitgliedsunternehmen", so Trefelik.

Neben dem schwierigen Problem der Kontrollen, wer geimpft und wer ungeimpft ist, wird das aus den vergangenen Lockdowns bekannte und unerfreuliche Thema der Sortimentsabgrenzung wieder massiv schlagend. "Ungeimpfte können in Supermärkten und Drogeriemärkten von der Waschmaschine, über Textilien bis hin zum Spielzeug alles kaufen und beim Fachhandel müssten sie abgewiesen werden. Die Kunden brechen weg, die laufenden Kosten wie Miete und Personal bleiben aber in voller Höhe bestehen. Das ist eine untragbare Situation", erklärt Trefelik.

Impfung einziger Weg aus der Pandemie

"Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür und besonders betroffene Branchen im Handel brauchen dringend finanzielle Unterstützungen. Es wird notwendig sein, die staatlichen Hilfen wieder einzuführen", fordert Branchensprecher Trefelik die Politik auf. Und in Richtung Bevölkerung appelliert Trefelik einmal mehr, sich impfen zu lassen: "Ich kann mich nur immer wieder wiederholen. Der einzige Weg aus der Pandemie ist die Impfung."

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