Politik

Sobotka: Sebastian Kurz wurde "aus dem Amt gemobbt"

In einem Interview mit Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka zeigt sich dieser durchaus selbstkritisch. Die aktuelle Regierung sei seine liebste.

Leo Stempfl
Wolfgang Sobotka gesteht ein, in seiner Rolle als Vorsitzender des U-Ausschusses manchmal aufbrausend gewesen zu sein.
Wolfgang Sobotka gesteht ein, in seiner Rolle als Vorsitzender des U-Ausschusses manchmal aufbrausend gewesen zu sein.
Helmut Graf

Bereits mit einer lustigen Anekdote startete das Interview des "Standard" mit dem ÖVP-Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka. Demnach geht dessen Armbanduhr absichtlich zehn Minuten vor, weil er zur Unpünktlichkeit neige. Zum Presse-Termin kam er dann jedoch exakt zehn Minuten zu spät.

Dem Gesprächsklima sollte das keinen Abbruch tun, gleich eingangs stellt er jedoch klar, dass er keinerlei Aspirationen hege, Bundespräsident zu werden – auch nicht 2028. In Anbetracht der aktuellen Umfragewerte auf nationaler Ebene hat die ÖVP ohnehin größere Baustellen. Hier zeigt sich Sobotka einsichtig.

Kein Appetit

Keine Frage: "Dass die Schmid-Chats unappetitlich sind, ist klar", sagte er zum "Standard". Auch, dass das eine oder andere nicht so gelaufen ist, wie es ein normaler Prozess erwarten ließe, stehe fest. Dass er selbst sich etwas zu Schulden kommen lassen hat, schließt er aber aus. Auch die berüchtigten Interventionslisten tut er mit der Begründung ab, Interventionen hieße nichts anderes als "sich einschalten".

Eine Rückkehr von Sebastian Kurz sehe er trotzdem nicht, das wolle dieser auch gar nicht. Bedauern verspürt Sobotka darüber keines, aber "Ich finde es bedauerlich und bedenklich, dass man seinerzeit aufgrund dieser Vorwürfe einen Kanzler aus dem Amt gemobbt hat", befindet die ÖVP-Grande. Dieses Mobbing äußere sich in Anzeigen und Klagen.

Der grüne Präsident

Auch gegen sich selbst ortet er gelegentlich unlautere Mittel, ihn als Vorsitzenden des U-Ausschusses betreffend mutmaßlicher ÖVP-Korruption zu entfernen. Er gesteht jedoch ein, ab und an einen Beitrag zur Eskalation geleistet zu haben und vielleicht aufbrausend gewesen zu sein. "Da entschuldige ich mich."

Dem aktuelle Koalitionspartner kann der erfahrene Politiker offenbar einiges abgewinnen. Er selbst besitze Photovoltaikanlage und Warmwasseraufbereitung, heizt mit eigenem Holz. Die jetzige sei auch seine liebste Regierung überhaupt. Doch die beste sei auch immer die aktuelle. "Das ist, wie wenn ich Sie frage: Welcher war Ihr liebster Partner? Dann werden Sie auch sagen: der aktuelle – und nicht mein Verflossener."

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    Foto Hofer, Heschl