Der Boom bei Solaranlagen hat eine Schattenseite: In Großbritannien ist die Zahl der Brände, an denen Photovoltaik-Anlagen beteiligt waren, von 91 im Jahr 2022 auf 212 im Jahr 2025 angestiegen. Das entspricht einem Plus von 133 Prozent. Im gleichen Zeitraum wuchs die Zahl der installierten Anlagen jedoch nur um 52 Prozent.
Die Zahlen stammen vom globalen Industrieversicherer QBE, der Daten bei britischen Feuerwehren eingeholt hat. Auch die Schwere der Vorfälle nahm zu: 88 Brände breiteten sich 2025 auf das gesamte Gebäude aus, gegenüber nur 33 im Jahr 2022.
Besonders aufschlussreich ist laut forschung-und-wissen.de, welche Bauteile am häufigsten hinter den Bränden stecken. Denn es sind meist nicht die Module selbst. Mit 49 Fällen war die Gleichstromverkabelung samt Steckverbindungen am häufigsten betroffen. Erst danach folgten die Module (36), Batteriespeicher (23) und Wechselrichter (19).
Experten sehen in losen Klemmen und falsch verbundenen Steckern die zentrale Gefahr. Diese erzeugen Übergangswiderstände, an denen sich Hitze staut. Im schlimmsten Fall entsteht ein Lichtbogen, der den Brand auslöst. Durch fachgerechte Montage und regelmäßige Kontrolle lässt sich dieses Risiko vermeiden.
Ein wachsendes Risiko sehen Fachleute bei Batteriespeichern. Die verbreiteten Lithium-Ionen-Zellen können bei Defekten in einen thermischen Runaway geraten - eine sich selbst verstärkende Überhitzung. Experten empfehlen gut belüftete und leicht zugängliche Aufstellorte für die Speicher.
Bei aller Aufmerksamkeit: Das absolute Risiko bleibt niedrig. Auf fast zwei Millionen Anlagen in Großbritannien kommen weniger als 0,07 Brandfälle pro tausend Systeme. In Deutschland verursachen nach Fraunhofer-Zahlen nur rund 0,006 Prozent der Anlagen einen größeren Schaden. Fachgerecht installierte Anlagen gelten als nicht gefährlicher als andere Elektroinstallationen im Haushalt.