Am Mittwoch, dem 12. August, wird der Himmel über Teilen Europas zum Schauplatz eines seltenen Naturspektakels. Kurz nach 19.25 Uhr beginnt eine Sonnenfinsternis, die bei ihrem Untergang besonders eindrucksvoll werden könnte.
Für eine totale Sonnenfinsternis müssen Sonne, Mond und Erde nahezu perfekt auf einer Linie stehen. Der Mond befindet sich dabei im Neumond, schiebt sich zwischen Erde und Sonne und verdeckt die Sonnenscheibe vollständig. Doch diese Konstellation allein reicht nicht. Die Mondbahn muss die Erdbahnebene an der richtigen Stelle kreuzen. Schon kleine Abweichungen entscheiden darüber, ob die Sonne vollständig oder nur teilweise bedeckt wird.
Der sogenannte Totalitätsstreifen ist deshalb schmal. Bei der Finsternis 2026 wird er etwa 200 bis 300 Kilometer breit sein. Er beginnt in Grönland, zieht über Island und weiter nach Spanien. Auch die Balearen liegen im Bereich der Totalität, bevor der Schatten im Mittelmeer westlich von Sardinien endet.
In Spanien dauert die völlige Verdunkelung je nach Standort rund eineinhalb bis etwas mehr als zwei Minuten. Für Beobachter ist das nur ein kurzer Moment – astronomisch aber ein spektakuläres Ereignis.
Ganz so spektakulär wird es in Österreich nicht. Die Sonnenkorona, die während der Totalität sichtbar wird, bleibt hier verborgen. Trotzdem lohnt sich der Blick zum Himmel. Denn die Sonne wird von Österreich aus zu fast 90 Prozent bedeckt.
Die Sonne steht während der Finsternis bereits sehr tief am Horizont. Wer spontan zum Fenster geht oder sich einen beliebigen Aussichtspunkt sucht, könnte deshalb eine böse Überraschung erleben. "Die erste Empfehlung lautet, einen Ort zu wählen, an dem der Nordwesthorizont völlig frei von natürlichen oder künstlichen Hindernissen wie Hügeln, Gebäuden oder Bäumen ist. Sich einfach ans heimische Fenster zu stellen, kann in den meisten Fällen zu einer großen Enttäuschung führen", warnt der italienische Astrophysiker Gianluca Masi.
Die Finsternis ist damit nicht nur ein astronomisches, sondern auch ein logistisches Ereignis. Der beste Aussichtspunkt sollte vorab ausgesucht werden – und nicht erst in den letzten Minuten.
Wer die Finsternis beobachten will, sollte außerdem ausschließlich eine geeignete Sonnenfinsternisbrille beziehungsweise zertifizierten Sonnenschutz verwenden. Normale Sonnenbrillen reichen keinesfalls aus.