Die Sonnenfinsternis am 12. August sorgt für einen regelrechten Run auf die zertifizierten Schutzbrillen. Wer jetzt noch eine ergattern will, könnte allerdings durch die leeren Finger schauen. Die Sonnenfinsternisbrillen sind fast überall vergriffen.
Doch das Himmelsspektakel muss deshalb nicht ausfallen. Eine sichere Alternative lässt sich mit wenigen Dingen selbst bauen – und das in nur wenigen Minuten.
Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Haus der Natur in Salzburg empfehlen für die Sonnenbeobachtung die Projektionsmethode mit einer sogenannten Lochkamera.
Der große Vorteil: Statt direkt in die Sonne zu schauen, wird ihr Bild auf eine helle Fläche im Inneren des Kartons projiziert. Die Augen kommen dabei nicht mit der intensiven Sonnenstrahlung in Kontakt. Das BfS empfiehlt die Methode zudem ausdrücklich auch für Kinder.
Benötigt werden lediglich ein kleiner Karton, eine Nadel oder Reißzwecke und ein helles, durchscheinendes Papier – etwa Butterbrot- oder Seidenpapier.
In eine Seite des Kartons wird mit der Nadel ein winziges Loch gestochen. Es sollte ungefähr 1 bis 2 Millimeter groß sein. Auf der gegenüberliegenden Seite wird das Projektionspapier befestigt.
Nun den Karton mit dem kleinen Loch zur Sonne halten. Auf dem Papier sollte eine kleine Sonnenscheibe erscheinen.
Beim Loch gilt: größer ist nicht besser. Ein größeres Loch lässt zwar mehr Licht durch, macht das projizierte Bild aber unschärfer. Entscheidend ist außerdem, niemals durch das Loch direkt in die Sonne zu schauen. Beobachtet wird ausschließlich das auf das Papier projizierte Sonnenbild.
Eine normale Sonnenbrille reicht für den direkten Blick in die Sonne keinesfalls aus – unabhängig davon, wie dunkel die Gläser sind. Auch Schweißer- oder Skibrillen sind kein Ersatz für eine geprüfte Sonnenfinsternisbrille.
Vorsicht ist auch bei vermeintlichen Hausmitteln geboten: Rußgeschwärztes Glas, Röntgenbilder oder schwarze Filmstreifen bieten keinen verlässlichen Augenschutz. Gleiches gilt für CDs, DVDs und Blu-rays. Auch eine mehrfach gefaltete Rettungsdecke macht den direkten Blick in die Sonne nicht sicher.
Wer die Sonne direkt beobachten möchte, sollte deshalb ausschließlich dafür vorgesehene und geeignete Sonnenfilter verwenden.