Folgen fürs ganze Leben

"Auge verbrennt": Ärztin warnt vor Sonnenfinsternis

Wer bei einer Sonnenfinsternis ohne Schutz in den Himmel blickt, riskiert bleibende Schäden an der empfindlichen Netzhaut.
Christine Scharfetter
11.08.2026, 14:06
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Faszination Sonnenfinsternis: Wenn sich der Mond am 12. August 2026 vor die Sonne schiebt, wollen viele Menschen das seltene Himmelsspektakel mit eigenen Augen sehen. Doch genau das kann gefährlich werden. Wer ohne geeigneten Schutz in die Sonne blickt, riskiert bleibende Schäden an der Netzhaut.

Die Wiener Augenärztin Dr. Gabriela Seher erklärt, was dabei im Auge passiert – und warum eine gewöhnliche Sonnenbrille keinesfalls ausreicht.

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Die Netzhaut kann verbrennen

"Im Grunde genommen ist es wie ein Sonnenbrand – genau an der Stelle des schärfsten Sehens. Man kann fast sagen, das Auge verbrennt", sagt Seher. Gemeint ist die Makula, also die Mitte der Netzhaut, die für besonders scharfes Sehen verantwortlich ist.

Partielle Sonnenfinsternis in Österreich

Am 12. August 2026 wird die Sonne über Österreich vom Mond fast zu 90 Prozent verdeckt. Die partielle Sonnenfinsternis beginnt gegen 19.22 Uhr und dauert theoretisch bis 21.07 Uhr – beobachten lässt sie sich hierzulande jedoch nur bis zum Sonnenuntergang gegen 20.16 Uhr. Für die beste Sicht empfiehlt sich ein erhöhter Standort mit freiem Blick nach Westen.

Die Folgen können gravierend sein. Durch das direkte Sonnenlicht kann eine sogenannte Retinopathia solaris entstehen. Dabei wird die Netzhautmitte durch die intensive Strahlung geschädigt. "Man sieht dann auch richtig eine Vernarbung in der Netzhautmitte", erklärt die Augenärztin.

„Im Grunde genommen ist es wie ein Sonnenbrand – genau an der Stelle des schärfsten Sehens.“

Im schlimmsten Fall drohen deutliche Einbußen beim Sehvermögen. Aus einer normalen Sehschärfe von etwa 100 Prozent könne etwa eine Sehschärfe von nur noch 50 oder 60 Prozent werden, so Seher. Das Problem: Die empfindlichen Zellen der Makula können sich nur sehr schlecht regenerieren. Eine Schädigung kann deshalb dauerhaft bleiben.

Brille drauf – und alles wieder gut? Leider nein

Eine normale Brille kann eine solche Schädigung nicht reparieren. Sie korrigiert Fehlsichtigkeit, nicht aber verletzte Netzhautzellen. "Die Brille gleicht nur die Dioptrie aus", erklärt Seher. Bei einer Schädigung der Netzhautmitte könne sie hingegen nichts ausrichten.

Das gilt auch für Schäden, wie sie beispielsweise bei einer Makuladegeneration auftreten. Ist die Netzhautmitte einmal durch die starke Strahlung verletzt, lässt sich der Verlust der Sehschärfe nicht einfach "wegbrillen".

Warum die Sonnenfinsternis besonders tückisch ist

Wer schon einmal versehentlich kurz in die Sonne gesehen hat, kennt den Effekt: Danach tanzen schwarze oder helle Flecken vor den Augen. Doch eine Sonnenfinsternis birgt eine besondere Gefahr. Normalerweise ist die Sonne so hell, dass wir automatisch wegschauen. Gleichzeitig verengt sich die Pupille. Das reduziert die Lichtmenge, die ins Auge gelangt.

„Es kommt trotzdem noch genug UVB- und UVA-Strahlung durch, die die Netzhaut schädigen kann.“

Während einer Sonnenfinsternis wirkt die Sonne dagegen deutlich weniger hell. Die natürliche Warnfunktion des Auges fällt teilweise weg. "Wenn ich in die Sonnenfinsternis schaue, dann ist es eben schon eher dunkel. Aber es kommt trotzdem noch genug UVB- und UVA-Strahlung durch, die die Netzhaut schädigen kann", warnt Seher.

Sonnenbrille? Für den Alltag ja – für die Finsternis nein

Eine normale Sonnenbrille ist bei starkem Sonnenschein sinnvoll und schützt die Augen im Alltag. Für den direkten Blick in eine Sonnenfinsternis ist sie aber viel zu schwach. "Ich bin auch nicht genug geschützt, dass ich mit der Sonnenbrille zum Spaß jetzt fünf Minuten in die Sonne schaue", sagt Seher.

Für das Himmelsereignis braucht es daher eine spezielle Sonnenfinsternis-Schutzbrille mit der Zertifizierung nach ISO 12312-2 und CE-Kennzeichnung. Diese filtert die Strahlung massiv. "Die nimmt wirklich 99 Prozent von dem Licht weg. Aber man sieht trotzdem das, was man sehen möchte", erklärt die Augenärztin.

{title && {title} } kiky, {title && {title} } 11.08.2026, 14:06
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