"Im Prinzip habe ich öfters Scheiße gebaut und habe Körperverletzungen begangen. Und deswegen sind gewisse Kosten auf mich zugekommen, die nicht mehr zu stemmen waren", erzählt Lukas (Name von der Redaktion geändert). Nach einer Straftat hätte er 4.000 Euro zahlen müssen. Das Geld hatte er aber nicht.
Das Gericht hat ihm dann angeboten, die Strafe über den Verein Neustart abzuarbeiten. In seinem Fall ist das Tierheim Arche Noah daraus geworden. "Meine Haupttätigkeiten sind eigentlich die generelle Unterstützung von den Tierpflegern, wo ich gerade gebraucht werde. Das heißt, Gehege reinigen oder zwischendurch bei kleineren Bauarbeiten helfen" – wie orf.at berichtet, leisten aktuell 21 Menschen hier einen Beitrag.
Im Tierheim gibt es ständig viel zu tun. Susanne Pekler vom Verein Neustart erklärt, dass es zwei Möglichkeiten gibt: "Dass jemand eine minderschwere Straftat begangen hat und von der Staatsanwaltschaft das Angebot bekommt; wenn er hier gemeinnützige Arbeiten unbezahlt erledigt, dann wird das Strafverfahren eingestellt." Die zweite Variante ist, dass Geldstrafen nicht bezahlt werden können – dann wird die Arbeitsleistung im Tierheim als Gegenleistung erbracht, auch unbezahlt.
„Das reicht von Putzarbeiten, Handwerkerarbeiten bis zu Gartenarbeiten. Also da fällt wahnsinnig viel an bei uns im Haus – jeden Tag. Und die Tiere haben natürlich den größten Mehrwert, weil sie öfter spazieren gehen, weil sie einfach in ihrer Sozialisation unterstützt werden, weil sie wieder Vertrauen fassen können“Katharina GründlArche Noah
Laut Pekler werden Menschen, die Sozialstunden leisten, seltener rückfällig. "Über 80 Prozent schaffen es, nachdem sie hier ihre Arbeit abgeleistet haben, nie wieder mit dem Gesetz in Konflikt zu treten." Und eines kann man sich sogar von den Tieren abschauen: "Man kann sich darauf einstellen, ein Tier ist ehrlich. Das heißt, wenn du dem Tier nicht passt, das zeigt dir das", erzählt Lukas.