Betriebsrat warnt

Spar-Alarm am AKH – ganze Abteilungen könnten schließen

Bis zu 700 Stellen könnten am AKH durch das geplante Uni-Sparpaket wegfallen. Jetzt wendet sich der Betriebsrat in einem offenen Brief an die Politik.
16.10.2026, 09:25
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Die Sorgen um die Zukunft des Wiener AKH werden immer größer. Bis zu 200 ärztliche Stellen sowie weitere 500 Jobs in der Verwaltung und im vorklinischen Bereich könnten durch das geplante Uni-Sparpaket wegfallen.

Nun verschärft sich die Debatte: Der Betriebsrat des wissenschaftlichen Universitätspersonals der Medizinischen Universität Wien richtet sich in einem offenen Brief an Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner und Finanzminister Markus Marterbauer sowie an den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (alle SPÖ). Die Warnung: Im schlimmsten Fall könnten sogar ganze Abteilungen schließen.

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Betriebsrat warnt vor drastischen Folgen

Hintergrund sind die laufenden Budgetverhandlungen für die Universitäten für die Jahre 2028 bis 2030. Statt 16,5 Milliarden Euro stehen derzeit 15,5 Milliarden Euro im Raum, erklärt der Betriebsrat. Hinzu kommt, dass die Universitäten künftig rund 100 Millionen Euro jährlich für Ärztegehälter selbst tragen sollen. Unter Berücksichtigung der Inflation würde das für die MedUni Wien laut Betriebsrat ein um rund 14 Prozent geringeres Budget bedeuten.

Die Auswirkungen könnten Patienten unmittelbar zu spüren bekommen. Weniger Ärzte bedeuten laut Betriebsrat weniger besetzte Operationssäle, weniger Ambulanztermine und längere Wartezeiten. Besonders für Menschen mit Krebs, Herzproblemen oder seltenen Erkrankungen könnte das gefährlich werden.

Ganze Abteilungen könnten schließen

Doch damit nicht genug: Im äußersten Fall müssten laut Betriebsrat nicht nur einzelne Betten und Ambulanzen gesperrt, sondern sogar ganze Abteilungen geschlossen werden. Das hätte Folgen weit über das AKH hinaus. Schließlich übernimmt das Wiener Großspital laut Betriebsrat rund ein Drittel der medizinischen Versorgung im Großraum Wien. Zahlreiche spezialisierte Behandlungen werden ausschließlich dort angeboten.

Patienten müssten dann auf andere Krankenhäuser und Ordinationen ausweichen, die bereits jetzt an ihrer Belastungsgrenze arbeiten.

Auch Nacht- und Wochenenddienste in Gefahr

Besonders brisant ist eine weitere Warnung des Betriebsrats: Auch der 24-Stunden-Betrieb könnte in seiner bisherigen Form gefährdet sein. Nacht-, Feiertags- und zusätzliche Bereitschaftsdienste sind demnach an eine Betriebsvereinbarung geknüpft, die eine ausreichende Finanzierung des Personals voraussetzt.

Fällt diese Grundlage weg, könnte laut Betriebsrat auch die Vereinbarung nicht aufrechterhalten werden. Nacht- und Wochenenddienste wären dann in der heutigen Form nicht mehr zu besetzen. Dabei handle es sich nicht um eine angedrohte Maßnahme des Betriebsrats, sondern um eine rechtliche Konsequenz der fehlenden Finanzierung, heißt es in dem Schreiben.

Appell an Regierung vor Budgetgesprächen

Der Betriebsrat appelliert deshalb eindringlich an die Bundesregierung, die drohenden Folgen bei den anstehenden Gesprächen zu berücksichtigen. "Die Versorgungssicherheit von hunderttausenden Patientinnen und Patienten darf nicht zur Budgetreserve werden", heißt es in dem offenen Brief.

Dass die Republik sparen müsse, sei dem Betriebsrat bewusst. Einsparungen bei der medizinischen Versorgung würden langfristig aber keine Kosten senken, sondern diese lediglich verschieben – etwa durch spätere, teurere Behandlungen oder die zusätzliche Belastung anderer Spitäler.

red, 16.10.2026, 09:25
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