"Bin durchgedreht!"

Spielsüchtiger raubte Geld gleich zwei Mal zurück

Ein 40-Jähriger überfiel zwei Mal ein Wettbüro in Wien, fesselte zwei Mitarbeiter mit Klebeband. Er wollte sich sein verspieltes Geld zurückholen.
Thomas Peterthalner
28.06.2026, 05:48
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Der Austropophit "Mei Patschertes Leben" von Hansi Orsolic, könnte vom Leben eines Wieners inspiriert sein, der nun am Wiener Landl vor Gericht stand. Schwerer Raub lautete der Hauptvorwur gegen den 40-Jährigen.

Mit Brotmesser verletzt

Bewaffnet mit einem Messer soll der Spielsüchtige am 1. März ein Wettbüro in der Ottakringer Straße überfallen haben. Doch an dem Sonntag kurz vor 9 Uhr früh war nur eine Reinigungskraft anwesend. Sofort ging er auf die Reinigungsfrau los, versuchte sie im WC einzusperren. Laut Anklage drückte der Verdächtige die 52-Jährige zunächst gegen eine Wand und anschließend zu Boden. Danach hielt er ihr ein Brotmesser an den Hals, fügte ihr mehrere leichte Schnittverletzungen zu. Zudem soll er ihr mehrmals ins Gesicht geschlagen haben.

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Schlüssel zum Tresor

Anschließend fesselte er die Frau mit Klebeband, forderte sie auf, den Tresor zu öffnen. Die völlig verängstigte Reinigungskraft verriet ihm die Kassenlade als Aufbewahrungsort für den Tresorschlüssel. Der Mann verschwand mit Bargeld.

Überfall mit Fleischermesser

Am 3. Mai soll der Gartengestalter dasselbe Wettbüro wieder überfallen haben. Er bedrohte einen Mitarbeiter mit einem Fleischermesser, fesselte den 29-Jährigen mit Paketband an Händen und Füßen. Dann wollte er mit 12.600 Euro flüchten, doch der Mitarbeiter hatte bereits stillen Alarm ausgelöst – vor der Türe klickten die Handschellen.

"Ich bin durchgedreht"

Vor Gericht zeigte sich der Wiener mit türkischen Wurzeln diese Woche geständig, machte seine Spielsucht für die Vorfälle verantwortlich. Seinen Angaben nach hatte er zuvor in dem Wettbüro auf der Ottakringer Straße insgesamt 17.000 Euro verspielt. Seine Ehefrau habe von seiner Spielsucht angeblich nichts gewusst.

"Geschämt wegen Schulden"

Er habe so viel Geld verloren, dass er Strom- und Mietrechnung nicht mehr zahlen konnte. Er sah daraufhin die einzige Möglichkeit, "sich dort das Geld zurückzuholen. Ich hatte so eine Wut auf das Wettlokal. Da bin ich durchgedreht." Er habe sich geschämt, so viele Schulen zu haben. "Wenn ich diese Glücksspielabhängigkeit nicht gehabt hätte, wäre das nicht passiert."

Urteil steht noch aus

Ein Urteil gegen den 40-Jährigen steht noch aus, die Verhandlung wurde vertagt. Ein Gutachten muss eingeholt werden, da das Opfer vor Gericht über ein posttraumatisches Belastungstrauma klagte. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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