Am Samstag, 31. Jänner, machte der kleine Julian (alle Namen geändert) ein Mittagsschläfchen. "Meine Frau ging fürs Wickeln nur kurz raus, in dem Moment fiel er aus dem Bett", erzählt Vater Andreas (32) im "Heute"-Gespräch. Der Bub schlug auf dem Fliesenboden mit dem Kopf auf.
Nach dem Sturz-Drama im südlichen NÖ fuhren die Eltern mit ihrem Sohn sofort ins Spital nach Mödling.
Im Mödlinger Spital wurde ein "unauffälliger neurologischer Status" festgestellt, das Baby mit der Diagnose Contusio capitis, also einer Kopfprellung, gleich wieder nach Hause geschickt.
"Es waren drei Ärzte da, ich habe darum gebeten, dass ein Ultraschall gemacht wird. Es hat nur geheißen, dass es auf der Kinderstation kein Ultraschallgerät gibt und es auch nicht notwendig sei", ärgert sich der Vater.
Die Beule am Kopf ließ der Familie aber keine Ruhe, am Montagabend holten die Eltern eine zweite Meinung im Wr. Neustädter Spital ein. Hier die richtige Diagnose: ein 0,12 Zentimeter großer Bruch in der Schädeldecke – sofortige, tagelange stationäre Aufnahme, neurologische Untersuchungen, Ultraschall, CT folgten.
"Medizinische Entscheidungen werden stets auf Basis des jeweils aktuellen klinischen Zustands getroffen. Unser oberstes Ziel ist und bleibt jederzeit die bestmögliche, sichere und verantwortungsvolle medizinische Versorgung aller Patientinnen und Patienten", betont die Ärztliche Direktorin des Landesklinikums Baden-Mödling, Claudia Herbst.
Zum konkreten Fall heißt es seitens der nö. Landesgesundheitsagentur: "Nach dem Sturz aus dem Bett wurde das Kind in der Kinderambulanz des Landesklinikums Baden-Mödling ärztlich untersucht. Zum Zeitpunkt der Untersuchung zeigte das Kind einen unauffälligen klinisch-neurologischen Zustand, weshalb keine weitere bildgebende Diagnostik durchgeführt wurde. Die am Kopf bestehende Schwellung wurde fachärztlich als Hämatom beurteilt. Die Eltern wurden darüber aufgeklärt, dass eine solche Schwellung auch über einen längeren Zeitraum bestehen kann.
Und weiter heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme am Freitagnachmittag: "Zudem wurden sie angewiesen, bei Auftreten neuer oder auffälliger Symptome jederzeit erneut die Kinderambulanz aufzusuchen. Es wurde kommuniziert, dass eine weiterführende diagnostische Abklärung jederzeit möglich ist. Im Rahmen einer weiterführenden Diagnostik im Universitätsklinikum Wr. Neustadt wurde eine Schädelfraktur festgestellt, daraufhin wurde das Kind stationär aufgenommen und versorgt. Das Kind befindet sich noch im Krankenhaus, die derzeitige Behandlung erfolgt aufgrund eines Infekts, der nicht im Zusammenhang mit der Kopfverletzung steht."
Der Vater zeigt sich betroffen: "Meine Frau ist fix und fertig. Im Mödlinger Spital geben die Ärzte keinen Fehler zu, aber wir bekommen jetzt eine Anzeige wegen Körperverletzung am eigenen Sohn!" Die Ausführungen der LGA kann der 32-Jährige nicht nachvollziehen: "Es stimmt, dass mein Sohn auch eine Verkühlung hatte. Die stationäre Aufnahme und die ganzen Untersuchungen erfolgten aber wegen der Kopfverletzung. Dass wir überhaupt das Spital in Wr. Neustadt aufsuchen sollen, hat uns niemand mit auf den Weg gegeben."
Im Krankenhaus Wr. Neustadt wurde die Familie jedenfalls bestens versorgt, am Wochenende konnten die Ärzte erste Entwarnung geben – der kleine Bub am Samstag, 7. Februar, das Universitätsklinikum wieder verlassen. Er ist am Weg der Besserung, ein Kontrolltermin folgt noch.