Die Energiepreise bleiben eine zentrale Belastung für viele Haushalte und Betriebe in Niederösterreich. Landesrat und SPÖ-NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich sowie SPÖ-Energiesprecher im Nationalrat Alois Schroll fordern daher eine raschere Weitergabe gesunkener Preise, eine faire Gestaltung der Netzkosten und eine stärkere Entlastung der Bevölkerung durch öffentliche Energieunternehmen.
"Die Großhandelspreise sind längst gesunken, doch bei vielen Haushalten ist diese Entlastung noch immer nicht angekommen. Genau deshalb stehen wir heute hier: Öffentliche Energieunternehmen haben eine Verantwortung gegenüber den Menschen – und diese heißt leistbare Energie", betonten Hergovich und Schroll in einer Pressekonferenz.
Mit dem von der SPÖ vorgestellten "EVN-Teuerungszähler" werde sichtbar, wie teuer verspätete Preissenkungen für die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher sind. "Jede Sekunde, in der günstigere Preise nicht weitergegeben werden, bedeutet Mehrkosten für die Haushalte. Zeitverzögerung ist kein technisches Detail – sie ist eine finanzielle Belastung für tausende Familien", so Hergovich.
Gleichzeitig verwies er darauf, dass die EVN als öffentliches Unternehmen im Mehrheitsbesitz des Landes eine klare Verantwortung gegenüber den Menschen habe: "Wenn internationale Beteiligungen hohe Gewinne abwerfen, dann müssen diese auch dazu beitragen, dass Energie hier im Land leistbarer wird. Eigentümer der EVN sind die Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher – und sie haben Anspruch auf faire Preise."
Auch für Wirtschaft und Industrie sind leistbare Energiepreise entscheidend. "Hohe Energiepreise haben Betriebe massiv belastet, Investitionen gebremst und Arbeitsplätze gefährdet. Leistbare Energie ist daher nicht nur Sozial-, sondern auch Standortpolitik. Sinkende Energiepreise bedeuten mehr Kaufkraft, mehr Investitionen und sichere Jobs", so Hergovich.
SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll verweist auf Maßnahmen der Bundesregierung: "Wir haben in elf Monaten mehr gegen hohe Energiepreise unternommen als die Vorgängerregierung in fünf Jahren. Wir haben Abgaben gesenkt, einen Sozialtarif auf den Weg gebracht und eine klare Regel eingeführt: Wenn die Großhandelspreise sinken, müssen auch die Energieversorger nachziehen."
Schroll betont, dass politischer Druck Wirkung zeige: "Der Verbund hat seinen Strompreis deutlich gesenkt, andere Versorger ziehen nach. Das zeigt: Öffentliche Energieunternehmen müssen dem Gemeinwohl dienen. Gewinne dürfen nur dann entstehen, wenn die Preise für die Menschen leistbar sind – das gilt auch für Niederösterreich." Auch bei den Netzkosten brauche es weitere Schritte: "Der Bund hat bereits hunderte Millionen Euro zur Entlastung bereitgestellt und arbeitet an neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Netzausbau. Gleichzeitig ist klar: Die Verantwortung für die Netzkosten in Niederösterreich liegt bei Netz NÖ und damit beim schwarz-blau geführten Land. Hier muss gegengesteuert werden."
Abschließend formulierten Hergovich und Schroll die zentralen Vorschläge: "Energie ist Daseinsvorsorge. Preissenkungen müssen sofort weitergegeben werden. Netzkosten müssen fair gestaltet werden. Und Gewinne öffentlicher Energieunternehmen gehören zum überwiegenden Teil zurück an die Menschen verteilt. Jede Sekunde zählt – für die Haushalte, für die Betriebe und für den Standort Niederösterreich."