Der SPÖ-Showdown am Sonntag hat einen prominenten Teilnehmer mehr: Auch Burgenlands mächtiger Landeshauptmann Hans Peter Doskozil wird bei dem Treffen der Länderchefs mit Noch-Parteichef Andreas Babler dabei sein. Das bestätigte sein Büro am Donnerstagvormittag "Heute".
"Ja, der Landeshauptmann wird am Sonntag auch nach Wien kommen", heißt es aus Eisenstadt. Akzeptiert er Zeiler als Übergangslösung? Ist er für eine dritte Person? Inhaltlich wollte man sich gegenüber "Heute" nicht zur Positionierung der burgenländischen Landesgruppe äußern.
Ebenso wenig wollte man Gerüchte über eine Vor-Sondierung der neun roten Landeschefs im Vorfeld des Termins mit Andreas Babler (16 Uhr an einem geheimen Ort) bestätigen. "Dazu können wir aktuell nichts sagen", so das Dosko-Büro.
Mit dabei am Sonntag sind – wie berichtet – bei der Aussprache mit Babler auch SPÖ-Frauenchefin Eva-Maria Holzleitner, Staatssekretärin Michaela Schmidt und ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian. In der SPÖ rechnet niemand mehr mit dem Verbleib des Vizekanzlers an der Parteispitze: "Seine Zeit ist vorbei, er hat keine Unterstützer mehr", heißt es unisono. Zuletzt hatten auch Gewerkschaft und Wien ihre schützende Hand entzogen.
In den Bundesländern ist die Ablehnung schon länger einhellig, bei einer Arbeitsklausur in Mauerbach hatte Oberösterreichs Vorsitzender Martin Winkler Babler sogar offen ins Gesicht gesagt, dass es mit ihm nicht mehr gehe.
Wen also (interimistisch) an die Spitze stellen? Gerhard Zeiler ist eine Option, sein Start machte vielen prominenten Vertretern der Partei aber nicht gerade Gusto auf mehr. Beliebt in der Partei ist Finanzminister Markus Marterbauer – er wird aktuell aber noch aufgrund seiner Krebserkrankung im AKH therapiert. Partei-Ikone Doris Bures hatte schon in der Vergangenheit immer abgewinkt. Blieben noch Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner oder Altkanzler Christian Kern. Gegen ihn wiederum hegte Bürgermeister Ludwig in der Vergangenheit große Vorbehalte.
Es bleibt spannend, die Chaos-Tage in Rot gehen jedenfalls zumindest bis Sonntag weiter. Eine monatelange Schädigung der Partei durch offenen Streit und eine neue Mitgliederbefragung wollen die Länder-Granden tunlichst vermeiden ...