Ein Soldat des Bundesheeres ist seit längerer Zeit wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung krankgemeldet. Trotzdem stand der Offiziersstellvertreter zeitweise auf einer Skihütte hinter der Schank und bediente Gäste. Seine Erklärung vor der Bundesdisziplinarbehörde: Eine Therapeutin habe ihm die Kellnertätigkeit empfohlen, damit er wieder Freude empfinden könne.
Zum Verhängnis wurde dem Soldaten ein Skitourengeher, der wiederholt in der Hütte einkehrte. Während seiner Aufenthalte drückte der Gast auf seiner Sportuhr immer wieder die Pausentaste. So konnte er genau angeben, wann ihn der Offiziersstellvertreter bedient hatte.
Vor der Disziplinarbehörde räumte der Soldat schließlich ein, zeitweise gekellnert zu haben, wie die "Presse" berichtet. Der Heerespsychologe habe ihm zwar nur Spaziergänge und Skitouren empfohlen, eine Therapeutin habe ihm jedoch geraten, durch die Arbeit auf der Hütte wieder Freude zu finden. Den entsprechenden Plan habe er bei der Verhandlung nicht dabeigehabt.
Inzwischen sieht der Soldat die Sache offenbar anders: Der Stress und der Alkoholkonsum, der sich mit seiner Medikamenteneinnahme nicht vertrug, seien keine gute Idee gewesen.
Der Offiziersstellvertreter verdient monatlich rund 3.500 Euro brutto. Während seines Langzeitkrankenstands erhält er 80 Prozent davon. Die Bundesdisziplinarbehörde verhängte eine Geldstrafe von 3.000 Euro. Gleichzeitig äußerte die Behörde den Wunsch, dass der Mann nach seiner Genesung "sein zweifelsohne hohes Potenzial zum Wohle der Gemeinschaft" wieder nutze.