Spionage-Krimi um Ukrainer

Anschlagspläne in Österreich? Ex-Chefankläger packt aus

Der Ex-Chefankläger der Ukraine erhebt schwere Vorwürfe gegen seine Landsleute. Sie hätten einen Anschlag auf ihn in Österreich geplant.
28.10.2026, 19:33
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Planten Mitglieder des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR wirklich Anschläge in Österreich? Diesen Vorwurf stellt der ehemalige Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Krawtschenko, in den Raum. Das Ziel sei dabei er selbst gewesen.

Gegen ihn sei eine "illegale und gewalttätige Handlung" in Österreich geplant worden, so der Ex-Chefankläger, der sich erst im September nach Wien abgesetzt hatte. Wie der "Kurier" berichtet, mache Krawtschenko dafür den HUR-Kommandanten und zwei Personen aus der Präsidentschaftskanzlei von Wolodymyr Selenskyj verantwortlich.

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Ruslan Krawtschenko erhebt schwere Vorwürfe.
REUTERS/Thomas Peter/File Photo

Vier Ukrainer festgenommen

Tatsächlich wurden erst vor Kurzem vier Ukrainer in Wien vom vermummten Polizisten festgenommen. Bei ihnen habe es sich um einen Journalisten, dessen Kameramann sowie um zwei mutmaßliche Mitarbeiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes gehandelt. Auch Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) nahm damals Stellung zum Vorgehen der Einsatzkräfte.

Während der Journalist, Mychajlo Tkatsch, und sein Kameramann, Jaroslaw Bondarenko, wieder auf freiem Fuß und in die Ukraine zurückgekehrt sind, befinden sich die beiden anderen Verdächtigen noch in U-Haft. Gegen sie ermittelt die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) wegen des Verdachts des geheimen Nachrichtendienstes zum Nachteil Österreichs.

Sie sollen ein Gebäude observiert haben, welches auch der Kameramann ausgespäht haben soll. Trotz der Freilassung von Tkatsch und Bondarenko gelten sie laut der Staatsanwaltschaft Wien in einem laufenden Ermittlungsverfahren weiterhin als Beschuldigte.

Geheimdienstkommandant in Österreich?

Auf diesen Fall bezog sich nun auch Krawtschenko in seinen Anschuldigungen. Demnach seien die noch in U-Haft befindlichen Ukrainer Mitglieder der Militärgeheimdienst-Gruppe "Artan". Zudem soll sich deren Kommandant, Viktor T., zum Zeitpunkt der Festnahmen ebenfalls in Österreich aufgehalten haben, betonte der Ex-Chefankläger.

Laut Krawtschenko habe einer der Männer zuvor beim Nationalen Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) gearbeitet. Er sei dort für Observationen zuständig gewesen. Die angebliche Aktion gegen ihn sei von der Kanzlei Selenskyjs angeordnet worden, sagte der ehemalige Generalstaatsanwalt. Wer genau dafür zuständig war, könne er noch nicht sagen. Jedenfalls habe Krawtschenko "bereits im September" die Information erhalten, dass ihm eine Gruppe nach Wien gefolgt sei.

Parallelen zu Monaco-Anschlag

Sie hätten "illegale und gewalttätige Handlungen in Bezug auf mich durchführen" sollen, erklärte der Ex-Chefankläger. Krawtschenko erwähnte diesbezüglich Parallelen zu einem Bombenanschlag auf einen ukrainischen Unternehmer in Monaco. Mutmaßlich sollen dabei ukrainische Geheimdienste ihre Finger im Spiel gehabt haben.

Besonders brisant: Krawtschenko meinte, dass der ebenfalls kurzzeitig festgenommene Journalist auch beim Vorfall von Monaco vor Ort gewesen sein soll. "Eine rechtliche Würdigung dieser Umstände, der Verbindung dieser Personen und der Art ihrer Tätigkeit steht in beiden Fällen den kompetenten europäischen Strafverfolgern zu", so der Ex-Chefankläger.

In seiner Heimat liegt gegen Krawtschenko jedenfalls ein Haftbefehl vor. Es geht dabei um den Verdacht der Korruption.

red, Akt. 28.10.2026, 19:42, 28.10.2026, 19:33
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