Ein brisanter Fund an einer Gasleitung nahe der ungarischen Grenze sorgt wenige Tage vor der Wahl für Aufregung. Ein entdeckter Sprengkörper hat nicht nur Sicherheitsbehörden auf den Plan gerufen, sondern auch politische Wellen geschlagen.
Serbiens Präsident Aleksandar Vučić erklärte, bei einer Pipeline sei ein "Sprengsatz mit verheerender Sprengkraft" entdeckt worden. Ungarns Premier Viktor Orbán reagierte umgehend und berief am Ostersonntag den Verteidigungsrat ein.
Betroffen ist die Balkan Stream-Pipeline, über die russisches Gas nach Ungarn fließt. Rund um Magyarkanizsa (Kanjiza) durchsuchen Polizei und Militär mit Drohnen und Hubschraubern das Gebiet nach weiteren "verbotenen Substanzen", die Bevölkerung und Infrastruktur gefährden könnten.
Der Zeitpunkt ist politisch heikel: Am Sonntag wird in Ungarn gewählt, Orbáns Fidesz liegt in Umfragen hinter der TISZA-Partei von Peter Magyar. Sicherheit spielt im Wahlkampf eine zentrale Rolle, die Regierung stellt die Opposition in die Nähe von Brüssel und der Ukraine. Eine Stimme für TISZA bedeute eine Stimme für Panzer und Krieg, heißt es.
Zugleich gibt es Spekulationen über den Hintergrund des Vorfalls. Der Investigativjournalist Szabolcs Panyi schrieb auf X: "Was wir alle befürchtet haben, geschieht: Der ungarische Russland-Experte András Rácz schrieb vor drei Tagen über einen möglichen, von Russland unterstützten False-Flag-Angriff in Serbien, der die Gaspipeline nach Ungarn zum Ziel hat". Ähnliche Hinweise sollen Journalisten bereits zuvor aus Regierungskreisen erhalten haben – Beweise dafür fehlen bisher.