Kurz vor der Parlamentswahl in Ungarn verschärft sich der Wahlkampf deutlich – nun setzt Oppositionsführer Péter Magyar zum Gegenangriff an. Im Fokus stehen Vorwürfe rund um ein angebliches Sexvideo und möglichen Drogenkonsum.
Am 12. April entscheiden rund 8,3 Millionen Ungarn über den politischen Kurs ihres Landes. Ministerpräsident Viktor Orbán regiert seit 2010 ununterbrochen, doch erstmals könnte seine Macht wackeln. Herausforderer Péter Magyar liegt in Umfragen vorne.
Der 45-Jährige hatte vor zwei Jahren mit Orbáns Fidesz-Partei gebrochen und könnte sein früheres politisches Idol ablösen. Mit dem nahenden Wahltag wird der Ton rauer: Magyar machte im Februar öffentlich, mit einem bislang unveröffentlichten Sexvideo unter Druck gesetzt zu werden – und zeigte an. "Ich werde mich weder erpressen noch bedrohen lassen!"
Die Aufnahmen sollen in einer Budapester Wohnung entstanden sein und neben intimen Szenen auch mutmaßlichen Drogenkonsum zeigen. So soll Kokain auf einem Wohnzimmertisch gelegen und später im Schlafzimmer aufgetaucht sein.
Nun geht Magyar in die Offensive: Am Sonntag ließ er sich in einem Wiener Ärztezentrum am Naschmarkt für ein Video filmen. Dort absolvierte er einen ärztlich begleiteten Drogentest mittels Haarprobe, der Konsum über sechs Monate nachweisen kann. Er wolle damit zeigen, keine Substanzen genommen zu haben und mit – wie er sagt – "russischen Methoden" aufräumen.
Das Ergebnis will er noch vor der Wahl in zwei Wochen veröffentlichen.