Bereits in den vergangenen Tagen des Iran-Kriegs hat sich US-Präsident Donald Trump zu einem möglichen Nachfolger von dem getöteten Ober-Mullah Ali Chamenei geäußert. Dass nun dessen Sohn Modschtaba Chamenei herrscht, gefällt dem US-Präsidenten nicht.
Für diese Rolle war in den USA oft der Sohn des letzten Schahs, Reza Pahlavi, im Gespräch. Nun dürfte dieser Plan in der Trump-Regierung wohl über den Haufen geworfen worden sein, wie "Politico" unter Berufung auf einen Regierungsvertreter berichtet.
Demnach soll in Washington öfter der Name Mohammad Bagher Ghalibaf gefallen sein. Besonders brisant: Er gehörte zum engsten Kreis des ehemaligen Ober-Mullahs und fiel in der Vergangenheit als Amerika-Hasser auf.
So soll er vor knapp einem Jahr noch "Tod für Amerika" im iranischen Parlament gerufen haben. Auch den Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 lobte der 64-Jährige. Zudem soll er auch für die Tötungen von zahlreichen Demonstranten verantwortlich sein. Was macht ihn also zum bevorzugten Kandidaten in Washington?
Zum einen zeigte sich Ghalibaf vor dem Krieg gegenüber dem Westen gesprächsbereit, zum anderen wachse der Druck auf den US-Präsidenten. Laut dem "Politico"-Bericht gehe es Trump nicht um eine Demokratie im Iran, sondern um ein stabiles Regime – besonders im Hinblick auf den Ölhandel.
Ghalibaf habe im Iran den Zuspruch der Revolutionsgarden, da er früher deren Kommandeur war. Auch mit dem neuen Ober-Mullah soll er eng verbündet sein. Großer Minuspunkt für den iranischen Hardliner: bereits in den Jahren 2005, 2013, 2017 und 2024 versuchte er erfolglos, Präsident zu werden.
Dem Bericht zufolge wolle Washington nun testen, wer imstande ist, die Macht im Land zu ergreifen. Dann wolle man herausfinden, ob diese Person einen Deal mit den USA eingehen würde – ähnlich wie in Venezuela.
Und was sagt Trumps bevorzugter Kandidat selbst? Vor wenigen Tagen kündigte Ghalibaf in einem Interview an, dass sich die Ordnung im Iran ändern werde, jedoch nicht nach dem Willen der USA.