Spiele-Test

"Star Fox" hebt wieder ab und überrascht uns vollkommen

Fox McCloud ist zurück! Auf der Nintendo Switch 2 kehrt ein Nintendo-Klassiker mit neuer Technik und alten Stärken ins All zurück.
Rene Findenig
24.06.2026, 17:03
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Als Nintendo überraschend ein neues "Star Fox" enthüllte, war die Reaktion gespalten. Viele Fans hatten nach Jahren ohne neuen Teil der Hauptserie auf eine komplett neue Fortsetzung gehofft. Stattdessen entschied sich Nintendo erneut für eine Rückkehr zu jenem Spiel, das bis heute als Höhepunkt der Reihe gilt. Das neue "Star Fox" für Nintendo Switch 2 basiert auf dem Nintendo-64-Klassiker "Lylat Wars" beziehungsweise "Star Fox 64" und erscheint am 25. Juni 2026 exklusiv für Nintendos neue Konsole. Schon nach den ersten Minuten wird klar, dass Nintendo und das beteiligte Entwicklerstudio Velan Studios nicht einfach nur höhere Auflösungen und schärfere Texturen über das Original gelegt haben.

Die gesamte Präsentation wurde sichtbar modernisiert. Figuren wie Fox McCloud, Falco Lombardi, Slippy Toad und Peppy Hare wurden komplett neu gestaltet. Gleichzeitig bleibt ihr Wiedererkennungswert erhalten. Wer das Original kennt, erkennt die Charaktere sofort wieder, auch wenn sie deutlich detaillierter wirken als jemals zuvor. Besonders auffällig ist die neue Inszenierung der Geschichte. Während das Nintendo-64-Spiel seine Handlung oft nur knapp zwischen den Missionen vermittelte, setzt die Nintendo-Switch-2-Version deutlich stärker auf Zwischensequenzen. Neue Missionsbesprechungen erweitern die Handlung und geben den Figuren mehr Raum. Dadurch entsteht erstmals das Gefühl, tatsächlich Teil eines Teams.

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Deutlich detailliertere Umgebungen

An der eigentlichen Geschichte wurde dagegen kaum gerüttelt. Der Wissenschaftler Andross bedroht weiterhin das Lylat-System und nur Fox McCloud und sein Team können ihn aufhalten. Die Reise führt erneut über verschiedene Planeten und durch bekannte Einsatzgebiete. Wer das Original kennt, wird zahlreiche Schauplätze sofort wiedererkennen. Gleichzeitig profitieren diese enorm von der neuen Hardware der Switch 2. Planetenoberflächen wirken lebendiger, Explosionen deutlich spektakulärer und die Weiten des Weltraums sehen wesentlich eindrucksvoller aus als früher. Gerade technisch gehört "Star Fox" zu den Spielen, die zeigen sollen, wozu die Nintendo Switch 2 in der Lage ist.

Die neue Version setzt auf deutlich detailliertere Umgebungen, aufwendigere Lichteffekte und sichtbar mehr Atmosphäre. Die Raumschlachten wirken größer und dynamischer als im Vorbild. Besonders in den Weltraumabschnitten entsteht ein Eindruck von Größe, den das Nintendo-64-Original nur andeuten konnte. Trotz aller Modernisierung bleibt "Star Fox" aber seinem Ursprung treu. Das Spiel ist weiterhin ein Rail-Shooter. Das bedeutet, dass sich der Arwing-Jäger entlang vorgegebener Flugrouten bewegt. Der Spieler konzentriert sich auf Gegner, Ausweichmanöver und das Erreichen möglichst hoher Punktzahlen. Gerade dieser Umstand macht den Reiz des Spiels aus.

Die Spielmechanik wirkt fast zeitlos

Während viele moderne Actionspiele auf riesige offene Welten setzen, verfolgt "Star Fox" einen völlig anderen Ansatz. Hier zählt jede Sekunde. Gegner erscheinen oft in schneller Folge, Angriffe müssen präzise sitzen und Ablenkungen gibt es kaum. Auch fast drei Jahrzehnte nach dem Original funktioniert dieses Konzept erstaunlich gut. Die Steuerung reagiert direkt und präzise. Barrel Rolls, Ausweichmanöver und geladene Schüsse gehen schnell in Fleisch und Blut über. In hektischen Gefechten zeigt sich, warum "Star Fox 64" bis heute einen so guten Ruf genießt. Die Spielmechanik wirkt fast zeitlos. Was damals funktionierte, tut es auch heute. Dennoch zeigen sich auch die Grenzen eines Spiels, dessen Basis aus den 1990ern stammt.

Manche Missionen fallen relativ kurz aus. Einige Bosskämpfe wirken aus heutiger Sicht weniger anspruchsvoll als moderne Spieler vielleicht erwarten würden. Zudem bleibt die Kampagne insgesamt überschaubar. Wer auf völlig neue Missionen gehofft hatte, dürfte deshalb etwas enttäuscht sein. Genau hier liegt die größte Stärke und gleichzeitig die größte Schwäche des Spiels. "Star Fox" versucht nicht, die Reihe neu zu erfinden. Stattdessen konzentriert sich die Neuauflage darauf, den vielleicht beliebtesten Serienteil in bestmöglicher Form zugänglich zu machen. Das gelingt hervorragend. Gleichzeitig bleibt aber der Eindruck zurück, dass noch mehr möglich gewesen wäre.

Barrel Rolls, Ausweichmanöver und geladene Schüsse gehen schnell in Fleisch und Blut über.
Nintendo

Das Spiel gönnt sich kaum Pausen

Ein entscheidender Grund dafür, dass "Star Fox" auch im Jahr 2026 noch funktioniert, ist sein außergewöhnlicher Spielfluss. Moderne Actionspiele versuchen oft, Spieler über viele Dutzend Stunden zu beschäftigen. "Star Fox" verfolgt das genaue Gegenteil. Die einzelnen Einsätze dauern meist nur wenige Minuten. Trotzdem entsteht kaum Leerlauf. Bereits kurz nach dem Start eines Levels tauchen die ersten Gegner auf, kurz darauf folgen Hindernisse, danach größere Feindverbände und schließlich ein Bosskampf. Das Spiel gönnt sich kaum Pausen. Genau dadurch entwickelt sich ein Tempo, das auch heute noch bemerkenswert frisch wirkt. Besonders interessant ist dabei das bekannte Routensystem.

Wie bereits im Original führen Entscheidungen während der Missionen zu unterschiedlichen Wegen durch das Lylat-System. Wer bestimmte Aufgaben erfüllt, entdeckt alternative Strecken und zusätzliche Gebiete. Dadurch verändert sich nicht nur die Reihenfolge der Planeten. Auch Gegnerformationen, Missionen und Bosskämpfe können sich unterscheiden. Nintendo hat dieses System für die Switch-2-Version übernommen und teilweise erweitert. Das sorgt dafür, dass ein einzelner Durchgang nicht automatisch alles zeigt, was das Spiel zu bieten hat. Hier entwickelt "Star Fox" seinen größten Langzeitreiz. Die Kampagne lässt sich zwar vergleichsweise rasch abschließen, doch ein einzelner Durchgang erzählt nur einen Teil.

Schnelle Flugmanöver und präzisere Darstellung

Wer sämtliche Routen erkunden möchte, muss mehrfach zurückkehren. Das motiviert deutlich stärker als zunächst erwartet. Während viele aktuelle Spiele ihren Umfang über riesige Karten definieren, entsteht die Wiederspielbarkeit bei "Star Fox" durch unterschiedliche Erlebnisse innerhalb eines kompakten Rahmens. Hinzu kommt das Punktesystem. Jeder abgeschossene Gegner erhöht die Wertung. Erfahrene Spieler versuchen deshalb nicht einfach nur zu überleben, sondern möglichst viele Ziele zu treffen. Das führt dazu, dass sich die eigene Spielweise mit zunehmender Erfahrung verändert. Anfangs konzentriert man sich darauf, die Missionen überhaupt erfolgreich zu beenden. Später beginnt die Jagd nach Highscores.

Noch später versucht man, ganze Gegnerformationen perfekt zu treffen und möglichst effiziente Flugrouten zu finden. Diese Motivation wird durch die neue Technik zusätzlich unterstützt. Die höhere Bildqualität erleichtert das Erfassen von Gegnern. Explosionen verdecken das Geschehen seltener als früher. Gleichzeitig profitieren schnelle Flugmanöver von der präziseren Darstellung. Das klingt zunächst nach einem kleinen Detail, macht während des Spielens aber einen Unterschied. Besonders gelungen fällt die Neuinszenierung der bekannten Bosskämpfe aus. Viele der ikonischen Gegner wurden modernisiert. Ihre Grundidee bleibt erhalten, doch die Präsentation wirkt deutlich eindrucksvoller.

Die Kampagne lässt sich rasch abschließen, doch ein einzelner Durchgang erzählt nur einen Teil.
Nintendo

Größer und bedrohlicher als im Original

Riesige Kampfmaschinen, mechanische Kreaturen und gewaltige Raumschiffe erscheinen größer und bedrohlicher als im Original. Dabei bleibt die Übersicht meist erhalten. Nintendo verzichtet darauf, die Bildschirmeffekte so stark zu übertreiben, dass die Lesbarkeit leidet. Eine wichtige Rolle spielt erneut das Team rund um Fox McCloud. Falco, Peppy und Slippy begleiten den Spieler durch nahezu jede Mission. Sie melden Gefahren, bitten um Unterstützung oder kommentieren Ereignisse während der Einsätze. Bereits das Nintendo-64-Original war für diese ständige Kommunikation bekannt. Die neue Version baut diesen Aspekt aus. Dadurch entsteht mehr Dynamik zwischen den Figuren. Gleichzeitig wirkt das Team glaubwürdiger als früher.

Allerdings zeigt sich auch hier, dass "Star Fox" in erster Linie eine Neuinterpretation eines bekannten Spiels bleibt. Die Charaktere erhalten zwar zusätzliche Szenen, doch die Geschichte selbst bleibt relativ geradlinig. Wer umfangreiche Rollenspielelemente, tiefgreifende Entscheidungen oder komplexe Charakterentwicklungen erwartet, wird sie hier nicht finden. Die Handlung erfüllt ihren Zweck, steht aber weiterhin klar hinter dem eigentlichen Gameplay zurück. Spannend fällt auch der Mehrspieler-Bereich aus. Nintendo integriert erneut lokale Spielmöglichkeiten und erweitert diese durch neue Funktionen der Switch 2. Dadurch eignet sich "Star Fox" nicht nur für Einzelspieler, auch wenn der Fokus darauf liegt.

Schnelle, präzise und direkte Action

Die größte Stärke der Neuauflage bleibt aber ihre Konsequenz. Nintendo versucht nicht, aus "Star Fox" etwas zu machen, das es nie war. Das Spiel wird nicht mit Sammelaufgaben, riesigen Nebenmissionen oder offenen Spielwelten aufgeblasen. Stattdessen konzentriert sich alles auf schnelle, präzise und direkte Action. Diese Klarheit tut dem Titel gut. Trotzdem gibt es Kritik. Einige Abschnitte zeigen ihre Herkunft. Bestimmte Missionsstrukturen wirken heute einfacher als noch in den 1990er-Jahren. Auch die Zahl der wirklich neuen Inhalte fällt begrenzt aus. Viele Spieler werden sich fragen, warum Nintendo nicht mutiger vorgegangen ist. Die technische Modernisierung überzeugt, die spielerische Weiterentwicklung bleibt dagegen überschaubar.

Auch beim Umfang wird es unterschiedliche Meinungen geben. Wer vor allem einen langen Einzelspieler-Modus sucht, könnte die Kampagne als zu kurz empfinden. Wer dagegen Freude daran hat, Strecken zu perfektionieren, alternative Wege freizuschalten und Highscores zu verbessern, hat mehr vom Game. "Star Fox" belohnt jene Spieler am stärksten, die bereit sind, Missionen mehrfach zu absolvieren. Interessant ist, wie modern sich viele Elemente trotz ihres Alters anfühlen. Die direkte Steuerung, die klaren Ziele und die kompakte Struktur passen erstaunlich gut zu heutigen Spielgewohnheiten. Eine Mission lässt sich problemlos in kurzer Zeit absolvieren. Gleichzeitig bleibt das Gefühl bestehen, echte Fortschritte erzielt zu haben.

"Star Fox" hebt wieder ab und überrascht uns vollkommen

Unter dem Strich ist "Star Fox" für Nintendo Switch 2 weder eine Revolution noch eine radikale Neuerfindung der Serie. Die Neuauflage konzentriert sich darauf, einen der bekanntesten Nintendo-Klassiker technisch und optisch auf einen aktuellen Stand zu bringen. Das gelingt in vielen Bereichen überzeugend. Die Präsentation wurde sichtbar verbessert, die Inszenierung erweitert und die Stärken des Originals bleiben erhalten. Das Spiel zeigt aber auch, warum sich Fans seit Jahren eine komplett neue Hauptserie wünschen. Die Grundlagen funktionieren weiterhin hervorragend. Gerade deshalb entsteht immer wieder der Gedanke, wie spannend ein vollständig neues "Star Fox" mit denselben Qualitäten sein könnte.

Die Switch-2-Version beweist, dass die Reihe auch heute noch Potenzial besitzt. Für langjährige Fans ist "Star Fox" vor allem eine gelungene Rückkehr in das Lylat-System. Neue Spieler erhalten die Gelegenheit, einen der wichtigsten Nintendo-Klassiker in modernisierter Form kennenzulernen. Die Neuauflage löst nicht jedes Problem der Serie und erweitert das Original nicht in allen Bereichen so stark, wie manche gehofft hatten. Dennoch zeigt sie eindrucksvoll, weshalb Fox McCloud und sein Team auch Jahrzehnte nach ihrem ersten großen Auftritt noch immer einen festen Platz in der Nintendo-Geschichte haben. Das schnelle Gameplay, die präzise Steuerung und die alternativen Routen funktionieren auch heute noch ausgezeichnet.

{title && {title} } rfi, {title && {title} } 24.06.2026, 17:03
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