Musikschule steht hinter ihm

Star-Trompeter fristlos entlassen – weil er musiziert

Der international gefragte Trompeter Robert Rother arbeitete 30 Jahre lang als Musiklehrer in Wiener Neudorf. Jetzt wurde er gefeuert.
Victoria Carina  Frühwirth
15.07.2026, 05:15
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Drei Jahrzehnte lang unterrichtete Robert Rother an der Musikschule Wiener Neudorf (Bezirk Mödling). Seit 1996 gab der Trompeter sein Wissen an Schüler weiter, ab 2008 leitete er sogar die Schule. In den vergangenen Monaten war der Musiker aber nur mehr als Musiklehrer angestellt. Seit Juni ist er seinen geliebten Job aber ganz los: Rother wurde fristlos entlassen.

Musiker verbindet Band mit Schulbank

Der Musiker ist seit 34 Jahren Teil der Band "Mnozil Brass" und tritt international als gefragter Künstler auf. Diese Konzerttätigkeit sei über viele Jahre mit seinem Unterricht in der Musikschule vereinbar gewesen, erzählt Rother im "Heute"-Gespräch.

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"Die Konzerttermine mit der Band sind auf Jahre hinaus terminisiert und wurden immer bestmöglich in Abstimmung mit den fixen Unterrichtstagen geplant", so Rother. Wenn Auftritte ausnahmsweise mit Stunden zusammenfielen, seien die wenigen Einheiten verschoben und nachgeholt worden. "Schulen profitieren ja auch von aktiven Musikern, die lehren, was sie leben", sagt Rother.

"Hätte die Dienstpflicht missachtet"

Im September 2025 wurde die Musikschule Wiener Neudorf Teil des Gemeindeverbands der Musikschule [a due] zwischen Laxenburg und Biedermannsdorf. Seit der Übernahme habe sich die Lage massiv geändert. Laut Rother sei ihm untersagt worden, vom im September festgelegten Stundenplan abzuweichen.

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Mit Juni 2026 folgte für den Musikstar die fristlose Entlassung. Ihm werde vorgeworfen, seine Dienstpflichten missachtet und den Schulunterricht unerlaubt verschoben zu haben. Dabei hatte die flexible und abgestimmte Lösung über 30 Jahre gut funktioniert und nur wenige Einheiten pro Schuljahr betroffen, betont Rother.

Seinen Spielvertrag mit seiner Band "Mnozil Brass" könne er nicht brechen. Er wird darum weiter Konzerte spielen. Dafür wurde der beliebte Musiker als Lehrkraft gekündigt. "Die Situation ist ziemlich schirch", sagt er zu "Heute".

Musiker hat Rückhalt von Schule

Dass Rother als Lehrkraft gute Arbeit verrichtete, bezeugen Lehrkräfte, seine Schüler und deren Eltern. In einem offenen Brief an den Vorstand des Gemeindeverbands der Musikschule haben alle Lehrkräfte dafür unterschrieben, Rother weiter als Lehrkraft in der Musikschule Wr. Neudorf haben zu wollen.

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Auch eine öffentliche Petition wurde gestartet, 600 Menschen haben bereits unterzeichnet. Um die Kritik weiter aufzuzeigen, wurde am 29. Juni sogar ein Flashmob aus Lehrkräften der Musikschule, Schülern und den Eltern aus dem Boden gestampft. 300 Menschen demonstrierten gegen die Entlassung des Musikers an der Musikschule.

Schulverband spricht von guter Arbeit

Der Musikschulverband [a due] widerspricht Teilen von Rothers Darstellung. Verbandsobmann David Berl, Bürgermeister von Laxenburg, erklärte gegenüber dem "Kurier", er dürfe sich zu internen Angelegenheiten und arbeitsrechtlichen Themen nicht näher äußern.

Einen Vorwurf wies Berl jedoch zurück: Es stimme nicht, dass Rother seine Konzerttätigkeit verboten worden sei. Die Musikschule arbeite qualitativ hochwertig und funktioniere, versicherte der Verbandsobmann.

Ob Rother dank Petition, Flashmob und Einsatz seiner Kollegen nun doch zurück an die Musikschule Wiener Neudorf darf und dort sein praktisches Experten-Wissen teilen darf, ist weiterhin ungewiss.

"Die Situation ist für alle Beteiligten verstörend und belastend", fasst Rother zusammen. Der Musiker beruft sich jedenfalls auf jahrzehntelang gelebte Flexibilität. Er hat bereits einen Anwalt eingeschaltet und will gegen die Entlassung vorgehen.

{title && {title} } VF, {title && {title} } Akt. 15.07.2026, 12:32, 15.07.2026, 05:15
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