Am Donnerstagabend kam es in Teilen des Pinzgaus und Pongaus zu starken Unwettern.
Besonders in Stuhlfelden mussten kurzfristig 13 Personen ihre Häuser verlassen. In Uttendorf (beides Bezirk Zell am See) richtete der Tobersbach erhebliche Schäden an, indem er eine Schneise durch den gleichnamigen Ortsteil zog. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler informierte sich am Freitagmorgen vor Ort über die Lage.
Die Unwetter führten zu Überflutungen sowie Schäden an Wiesen, Feldern, Straßen und Gebäuden. Neben dem Pinzgau und Pongau waren auch der Flachgau, Tennengau und Lungau betroffen.
In den betroffenen Gemeinden laufen zahlreiche Soforteinsätze. Im Fokus stehen die Räumung der Wildbachsperren und das Freimachen von Gräben und Straßen.
In Uttendorf wird die geplante Verbauung des Tobersbachs nun sofort gestartet, nachdem ursprünglich erst im Herbst damit begonnen werden sollte.
Laut Landesrat Maximilian Aigner werden bis 2030 insgesamt 4,7 Millionen Euro in den Hochwasserschutz investiert.
Die bestehenden Schutzbauwerke haben bereits Schlimmeres verhindert, wie auch der Bürgermeister von Uttendorf, Hannes Lerchbaumer, betont: „Die Verbauungen haben sich absolut bewährt; sie sind bis zum Rand voll. Ohne diese Schutzbauten wären wir in eine Katastrophe hineingeschlittert.“
Auch im Pongau erfüllten die Verbauungen ihren Zweck. Besonders im Gasteiner Kötschachtal verhinderten Schutzbauten größere Schäden. Mehrere Personen, die noch im Tal eingeschlossen waren, konnten am Freitagmorgen per Polizeihubschrauber ausgeflogen werden, da die Straße unpassierbar war.
Der Landesgeologische Dienst weist darauf hin, dass der Klimawandel zu häufigeren und heftigeren Murenabgängen beiträgt.
Der Rückgang der Gletscher im Bereich des Tischlerkar-Kees verringert die Fähigkeit, Niederschläge zurückzuhalten, wodurch das Wasser schneller ins Tal abfließt und Geröll mitreißt. Dies erhöhe die Gefahr für künftige Ereignisse, so Experte Gerald Valentin.
Laut Hydrografischem Dienst wurden in Uttendorf, Stuhlfelden und Bad Gastein innerhalb von sechs Stunden bis zu 50 Millimeter Niederschlag gemessen, wobei lokal sogar bis zu 100 Millimeter in einer Stunde fielen. Die hohe Intensität führte zu verheerenden lokalen Auswirkungen.
Insgesamt waren am Abend und in der Nacht 675 Einsatzkräfte von 32 Freiwilligen Feuerwehren sowie der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Es wurden nahezu 100 Einsatzstellen bearbeitet. Neben dem Pinzgau und Pongau waren auch der Flachgau, Tennengau und Lungau betroffen.